Home Tomatenanbau Wie oft sollte man Tomaten gießen? Alles zum Wässern

Wie oft sollte man Tomaten gießen? Alles zum Wässern

von Marc
reife Tomaten am Tomatenstrauch

Tomaten möchten ausgiebig und vor allem gleichmäßig bewässert werden. Doch Vorsicht: Auch bei der Bewässerung kann einiges falsch gemacht werden! Lesen Sie hier, was es beim Gießen zu beachten gibt und wie Sie die Tomatenpflanzen am besten mit Wasser versorgen!

Die optimale Bewässerung der Tomatenpflanze ist ein essenzieller Bestandteil der Pflege, denn die Tomaten möchten stets regel- und gleichmäßig mit Wasser versorgt werden. Allerdings gibt es auch hier einiges zu beachten, denn keinesfalls dürfen die Tomaten nach Lust und Laune gegossen werden. Denn sowohl eine Unter- als auch eine Überversorgung mit Wasser schadet den Tomaten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Tomatenpflanzen am besten Gießen und geben Ihnen zugleich hilfreiche Tipps!

Wasser

Im Freiland beziehen die Tomatenpflanzen zum Teil das Wasser vom Regen, weshalb Regenwasser auch die natürlichste Form der Bewässerung darstellt. Denn das Regenwasser enthält nicht so viel Kalk wie Leitungswasser und ist deshalb auch weicher als dieses. Im Idealfall wird das Regenwasser in einem Regenfass gesammelt, sodass immer genügend Wasser zum Gießen zur Verfügung steht. Dies hat zudem den Vorteil, dass das Wasser durch die Sonne auf die Außentemperatur erwärmt wird und die Tomaten beim Gießen keinen Kälteschock erleiden. Alternativ können die Pflanzen natürlich auch mit Leitungswasser gegossen werden, allerdings ist hierbei Folgendes zu beachten:

  • abgestandenes Leitungswasser ist okay
  • besser ist es, das Wasser zu entkalken
  • nicht mit eiskaltem Wasser gießen
  • Wasser zuvor erwärmen

Tipp: Um das Leitungswasser zu erwärmen, kann man dieses einfach in eine Gießkanne gießen und anschließend in den Außenbereich stellen.

Wann gießen?

Gelbe TomatenpflanzeDer Zeitpunkt der Bewässerung spielt ebenfalls eine essenzielle Rolle, denn nicht jede Tageszeit ist hierfür geeignet. Zur Mittagszeit sollten die Tomaten generell nicht gegossen werden, denn durch das Spritzwasser könnten Wassertropfen an den Blättern verbleiben. Diese fungieren wie eine Lupe, sodass die Mittagssonne die Blätter verbrennen könnte. Die späten Abendstunden eignen sich ebenfalls nur bedingt zum Gießen, da zu diesem Zeitpunkt befeuchtete Blätter nicht mehr abtrocknen könnten. Dies würde wiederum Krankheiten wie die Dürrfleckenkrankheit oder den Grauschimmel begünstigen. Am besten ist es, die Tomaten zu gießen, wenn die Sonne noch nicht am Himmel steht.

  • früh morgens gießen
  • Pflanzen haben sich noch nicht aufgeheizt
  • können besser abtrocknen
  • Gefahr von Sonnenbrand geringer

Hinweis: In den frühen Morgenstunden vertragen die Tomatenpflanzen eine Bewässerung mit kühlem Wasser eher als im weiteren Tagesverlauf.

Wie oft gießen?

Wie oft gegossen werden muss, lässt sich pauschal nicht beantworten, denn hierbei spielen vielerlei Faktoren eine Rolle. In erster Linie ist natürlich der Standort der Pflanzen entscheidend, denn Tomaten im geschützten Gewächshaus müssen in der Regel häufiger gegossen werden als Freilandtomaten. Ebenso ist die Tomatensorte zu berücksichtigen, denn besonders hochwachsende Pflanzen mit großen Früchten benötigen mehr Wasser als kleinwüchsige Tomaten. Es ist daher ratsam, die Bewässerung immer an die jeweilige Pflanze und ihren Standort anzupassen.

  • jedenfalls regelmäßig gießen
  • unregelmäßige Wasserversorgung stresst die Pflanzen
  • Früchte könnten platzen oder braune Flecken entstehen
  • Pflanzen niemals austrocknen lassen
  • in der Regel jeden morgen gießen
  • in Hitzeperioden öfter bewässern
  • im Freiland nach Regen nicht gießen

Tipp: Es ist ratsam, die Erde vor dem Gießen mittels Daumenprobe auf Trockenheit zu überprüfen. Hierbei wird ein Finger in etwa ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Wenn die Erde trocken ist, muss man unbedingt gießen.

Wie viel gießen?

erntereife Tomaten am StrauchDie genaue Wassermenge ist ebenfalls von den jeweiligen Sorten abhängig, allerdings gilt als Grundwert, dass eine Pflanze etwa 0,5 bis 2 Liter Wasser pro Sommertag benötigt. Insbesondere in den ersten Tagen nach dem Einpflanzen sollten die Tomaten durchdringend gegossen werden, wobei etwa 500 Milliliter pro Pflanze ausreichen sollten. Ab dem ersten Fruchtansatz wird die Wassermenge erhöht, wobei hierbei pro Frucht gerechnet wird:

  • kleine Tomatensorten: 50-100 ml
  • mittelgroße Tomatensorten: 100-200 ml
  • große Tomaten: 200-300 ml

Tipp: Eine Mulchschicht beugt nicht nur Spritzwasser vor, sondern hilft auch wirksam gegen das Verdunsten des Wassers. Als Mulchmaterial eignen sich beispielsweise Stroh oder Brennnesseln, welche man um die Pflanzen verteilt.

Bewässerung im Freiland

Im Freiland sind die Tomatenpflanzen der Witterung ausgesetzt, welche unbedingt bei der Bewässerung berücksichtigt werden sollte. Denn weder die Temperaturen noch die Sonne oder der Wind lassen sich beeinflussen. Daher sind ein fester Zeitpunkt sowie die entsprechende Wassermenge nicht vorhersehbar. Um die Tomatenpflanzen dennoch mit ausreichend Wasser zu versorgen, einfach Folgendes berücksichtigen:

  • nach Regen nicht gießen
  • in Hitzeperioden häufiger gießen
  • Mulchschicht einarbeiten
  • mittels Daumenprobe Erde auf Trockenheit prüfen

Tipp: Die Tomaten mögen zwar das Regenwasser, allerdings keine feuchten Blätter. Im Idealfall werden die Freilandtomaten deswegen mit einem Regenschutz versehen, sodass die Blätter bei Regen nicht nass werden.

Bewässerung im Gewächshaus

Tomaten im GewächshausIm Gewächshaus fehlt zwar die natürliche Regenmenge, allerdings lässt sich die Bewässerung gezielt steuern. Denn im geschützten Raum können sowohl die Temperatur als auch die Lichtverhältnisse und die Luftfeuchtigkeit beeinflusst werden. Das Gewächshaus eignet sich zudem, um die Wasserversorgung mit einfachen Tricks zu optimieren. Denn sowohl PET-Flaschen als auch kleine Töpfe eignen sich hervorragend als “Wasserspeicher” und versorgen die Pflanzen gleichmäßig mit Wasser.

PET-Flaschen

  • harte Erde zunächst auflockern
  • Flaschenöffnung mit Bewässerungsspitze versehen
  • dadurch läuft nicht so viel Wasser auf einmal heraus
  • Flasche kopfüber in die Erde stecken
  • täglich mit Wasser befüllen

Kleine Töpfe

  • ideal aus Kunststoff oder Ton
  • neben den Tomaten einsetzen
  • Töpfe schräg und nur leicht eingraben
  • Bodenlöcher sollen zu den Wurzeln führen
  • dadurch läuft das Wasser direkt zu den Wurzeln

Tipp: Alternativ hierfür eignen sich auch Bewässerungsringe, welche zugleich als Rankhilfe fungieren.

Bewässerung im Kübel

Tomatenpflanze auf dem BalkonIn erster Linie spielt hierbei die Kübelgröße eine bedeutende Rolle, denn je größer der Behälter ist, desto mehr Wasser kann von der Erde gespeichert werden. Demnach gilt, je kleiner die Topfgröße, desto öfter muss gießen. Die Bewässerung von Kübeltomaten erfordert jedoch zusätzlich etwas Fingerspitzengefühl, denn die Tomaten wollen zwar feucht, jedoch keinesfalls zu nass stehen. Deswegen ist es generell ratsam, Behälter mit einer Bodenöffnung zu verwenden. Denn durch die Öffnung läuft überschüssiges Wasser ab und man  verhindert so auch Staunässe. Wer darüber hinaus den Feuchtigkeitsgehalt der Wurzeln feststellen möchte, wendet allerdings nachstehenden Trick an:

  • Töpfe ohne Bodenöffnung wählen
  • stattdessen ein Loch in die Seite bohren
  • Loch mit einem Dübel verschließen
  • ideal ist ein konisch geschliffener Dübel
  • stauendes Wasser kann durch das Loch abrinnen

Tipp: Tomaten in Balkonkästen lassen sich regel- und vor allem gleichmäßig mittels integriertem Wasserspeicher bewässern.

Hier weiterlesen