Home Tomatenanbau Blütenendfäule: was tun bei Kalziummangel an Tomatenpflanze?

Blütenendfäule: was tun bei Kalziummangel an Tomatenpflanze?

von Marc
Tomate 'Ochsenherz' mit Blütenendfäule

Bei der Blütenendfäule handelt es sich eigentlich um eine Stoffwechselkrankheit, nämlich um einen Kalziummangel. Dieser tritt relativ häufig auf, lässt sich jedoch mit einfachen Pflegemaßnahmen entgegenwirken.

Die Blütenendfäule lässt zwar eine schlimme Krankheit vermuten, allerdings handelt es sich hierbei “nur” um einen Kalziummangel. Anders als viele Tomatenkrankheiten breitet sich die Blütenendfäule nicht aus, sondern betrifft immer nur einzelne Pflanzen. Allerdings ist es dennoch ratsam, bei einem Calciummangel schnell zu handeln. Denn die Stoffwechselkrankheit stellt durchaus eine Belastung für die Pflanze dar und kann den Ernteertrag erheblich beeinträchtigen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie einen Kalziummangel erkennen, bekämpfen und vorbeugen können!

Kalziummangel: Symptome

Ob Tomatenpflanzen an einem Kalziummangel leiden, lässt sich meist relativ eindeutig am Erscheinungsbild der Pflanze erkennen. Denn bei dieser Stoffwechselkrankheit scheint es, als ob die Pflanze von unten her zu Faulen beginnt. Typisch für die Blütenendfäule sind unter anderem folgende Symptome:

  • kleinbleibende und teilweise deformierte Blätter
  • Flecken auf den Blättern
  • wässrige Flecken an den Blütenansatzstellen
  • Früchte verfärben sich braun bis schwarz

Hinweis: Die Blütenendfäule tritt im Gewächshaus öfter auf als im Freiland.

Blütenendfäule bekämpfen und vorbeugen

Blütenendfäule bei grüner TomateBlütenendfäule ist keine Krankheit per se, sondern eine Stoffwechselkrankheit. Denn im Grunde genommen fehlt den betroffenen Pflanzen einfach nur Kalzium (Ca). Ein Kalziummangel kann von unterschiedlichen Faktoren begünstigt werden, welche von unregelmäßiger Wasserversorgung bis hin zu einer ungünstigen Bodenqualität reicht. Es ist ratsam, die Ursache für den Kalziummangel zu eruieren, um die passenden Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Regelmäßige Wasserversorgung

Die fachgerechte Bewässerung ist nicht nur essenziell für das Wachstum der Tomaten, denn sie beugt auch Krankheiten und Pilzen vor. Ebenso lässt sich die Blütenendfäule durch eine regel- und gleichmäßige Bewässerung vorbeugen. Denn Kalzium wird über den Transpirationsstrom von den Wurzeln in die Früchte transportiert. Ist der Boden jedoch dauerhaft zu trocken, kann die Pflanze nur wenig bis kein Wasser und dementsprechend weniger Kalzium aufnehmen. Beim Gießen sollte daher stets auf Folgendes geachtet werden:

  • regelmäßig gießen
  • Tomaten niemals austrocknen lassen
  • in besonders warmen und trockenen Perioden öfter gießen
  • Freilandtomaten nach Regen nicht gießen

Angemessene Luftfeuchtigkeit

Während Tomaten im Freiland der Witterung ausgesetzt sind, können im Gewächshaus stets die optimalen Bedingungen für die Pflanzen geschaffen werden. Hobbygärtner sollten hierbei nicht nur auf die Temperatur, sondern auch auf die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus achten. Denn eine zu hohe Luftfeuchtigkeit verhindert, dass die Tomaten Wasser über das Laub abgeben können. Allerdings können sie auch weniger Wasser über die Wurzeln aufnehmen, was wiederum die Nährstoffaufnahme stagniert. Es daher ratsam, in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit auf folgende Punkte zu achten:

  • relative Luftfeuchte etwa 60-70 %
  • regelmäßig durchlüften
  • bei zu hoher Luftfeuchtigkeit stärker lüften

Bodenqualität

ph-Wert Test - BodenqualitätDas Erdreich versorgt die Tomatenpflanzen mit einer Vielzahl an Nährstoffen, wobei Kalzium in meist ausreichender Menge im Boden vorhanden ist. Wenn der Boden jedoch zu viel Stickstoff, Magnesium und Kalium enthält, ist der Boden möglicherweise zu sauer für die Tomaten. Hinzu kommt, dass Magnesium und Kalium das Kalzium binden im Boden binden. Das bedeutet zugleich, dass die Tomaten weniger Kalzium aus dem Boden aufnehmen können. Um sicherzugehen, dass die Tomaten stets ausreichend Kalzium erhalten, hat sich folgende Methode bewährt:


  • pH-Wert erhöhen
  • optimaler pH-Wert: 6,5
  • Kalk zuführen in Form von Gesteinsmehl oder Algenkalk
  • Gesteinsmehl um die Pflanze ausstreuen
  • vorsichtig mit Wasser einschlämmen
  • während Wachstumsphase 1-2 x pro Woche wiederholen

Hinweis: Ein zu hoher Magnesium- bzw. Kaliumgehalt deutet meist auf eine Überdüngung hin.

Calcium-Blattdüngung

Unabhängig von der Ursache hat sich eine Behandlung mit einem Kalzium-Blattdünger bewährt. Hierbei werden die betroffenen Stellen, wie beispielsweise einzelne Blätter oder Früchte, mit dem Kalzium-Blattdünger versorgt. Hierfür gibt es im Handel spezielle Präparate, welche in der Regel eine Calciumchlorid-Lösung und auch weitere Spurenelemente wie Mangan oder Zink enthalten. Die genaue Handhabung des Calcium-Blattdüngers ist der Verpackung zu entnehmen, allerdings gestaltet sich eine Kalzium-Blattdüngung in der Regel wie folgt:

  • betroffene Stellen besprühen
  • in der Wachstumsphase düngen
  • etwa alle 8-14 Tage wiederholen
  • keinesfalls in der Mittagssonne düngen!
  • am besten abends und an trüben Tagen

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