Home Welt der Tomaten Paprika-Pflanzen selbst anbauen – Anleitung + Hilfe bei braunen Flecken

Paprika-Pflanzen selbst anbauen – Anleitung + Hilfe bei braunen Flecken

von Marc
Paprika Aufbau

Die Paprikapflanze ist eine nahe Verwandte der Tomatenpflanze und gehört zur Gruppe der Nachtschattengewächse. Innerhalb der “Paprikafamilie” wird zudem zwischen Gemüsepaprika, Chilischoten und Peperoni unterschieden. Die Unterschiede der Paprika liegen in ihrer Farbe, Größe sowie Schärfe. Aber auch die Verwendung der Früchte spielt hierbei eine Rolle, denn Chilis und Peperoni gelten als Gewürzpaprika. Denn sie bilden oftmals die Basis für die Herstellung von Gewürzen wie Chilipulver oder Cayennepfeffer. Der Paprika selbst findet seinen Einsatz meist als Gemüse in der Küche.

Paprika anbauen

Aussaat der Paprikasamen

Die Aussaat der Samen kann bereits Ende Februar bzw. Anfang März stattfinden. Die optimalen Bedingungen stellen eine Temperatur von etwa 25 °C sowie ein heller und möglichst warmer Standort dar. Hierfür eignet sich besonders ein Gewächshaus oder ein Wintergarten, aber auch eine Fensterbank an einem Südfenster bieten gute Voraussetzungen. Essenziell für die Aussaat ist ein lockeres, durchlässiges Substrat, welches zudem humusreich ist. Das Aussäen selbst gelingt am besten wie folgt:

  • Anzuchtschale mit Anzuchterde befüllen
  • Samen in die Schale streuen
  • diese sollten etwa 1 cm tief gesetzt werden
  • anschließend mit einer dünnen Erdschicht bedecken
  • und die Erde sanft andrücken
  • gründlich befeuchten
  • und mit transparenter Folie abdecken

Pikieren und Abhärten

Etwa vier Wochen nach der Aussaat haben die Pflanzen eine Höhe von etwa fünf Zentimetern erreicht. Wenn sich zudem das erste Laubblatt neben den Keimblättern gebildet hat, ist der passende Zeitpunkt um die Pflanzen zu pikieren. Hierbei wird am besten wie folgt vorgegangen:

  • Sämlinge in etwas größere Töpfe setzen
  • diese dürfen jedoch nicht zu groß sein
  • sonst stecken die Pflanzen ihre gesamte Energie in die Wurzeln
  • dadurch kann das Wachstum ins Stocken geraten
  • an einen hellen, warmen Standort stellen
  • mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit
  • Erde permanent leicht feucht halten
  • anschließend die Pflanzen sanft abhärten
  • indem sie immer wieder für kurze Zeit nach draußen gestellt werden

Paprikapflanzen einsetzen

Paprika PflanzeDas Einsetzen der Pflanzen ist in einem beheizten Gewächshaus bereits ab Ende März bzw. April möglich. Im Freiland sollte dies jedoch erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai stattfinden, sobald kein Bodenfrost mehr droht. Zudem ist es essenziell, dass die Temperaturen nicht unter 5 °C fallen, da die Paprikapflanzen sehr kälteempfindlich sind. Ist es zu kalt, kann dies zu einem Wachstumsstopp bis hin zum völligen Eingehen der Pflanzen führen. Zudem ist es wichtig, dass die optimalen Bedingungen geschaffen werden:

Standort und Pflanzabstand

Wie ihre Verwandten die Tomaten zählen Paprikapflanzen zu den Sonnenliebhabern. Deswegen sollten sie an einem sonnigen Standort im Garten oder an einer windgeschützten Südwand angebaut werden. Denn umso sonniger der Platz ist, umso schneller wachsen und reifen die Früchte. Bei dem Anbau im Gemüsebeet ist zudem Folgendes zu beachten:

  • die Paprikapflanzen benötigen viel Platz
  • vor allem in der Wachstumsphase
  • daher die Pflanzen nicht zu dicht aneinander einsetzen
  • damit sich die Wurzeln ordentlich ausbreiten können
  • ideal ist ein Pflanzabstand von etwa 40-50 cm
  • zwischen den einzelnen Reihen sollte ebenfalls ausreichend Abstand sein
  • optimal sind 60 cm

Substrat

Während sich für die Kultur im Kübel handelsübliche Gartenerde eignet, ist es besonders beim Anbau im Freiland essenziell, gewisse Vorbereitungen zu treffen. Es lohnt sich daher, den Boden vor dem Einsetzen der Pflanzen mit Kompost und Hornmehl zu versorgen. Zusätzlich hat sich die Verwendung einer schwarzen Mulchfolie bewährt, welche folgenden Zweck erfüllt:

  • die Folie hält die Feuchtigkeit im Erdreich
  • und wärmt dieses zugleich
  • dadurch ist es um bis zu 2 °C wärmer
  • Folie unterdrückt das Unkraut
  • bleibt über die gesamte Vegetationsperiode im Beet

Kultur im Kübel

Paprika lassen sich bedenkenlos in Kübeln oder Töpfen kultivieren, wobei hier vor allem die Größe des Gefäßes entscheidend ist. Denn diese sollten ein Fassungsvermögen von etwa 10 Litern haben und zudem ein Abflussloch besitzen. Da Paprikapflanzen keinen nassen Untergrund mögen, ist es ratsam, sie vor Staunässe zu schützen. Dies gelingt am besten wie folgt:


  • vor dem Einsetzen eine Drainage über dem Abflussloch bilden
  • hierfür eignen sich Kieselsteine oder Tonscherben
  • denn dadurch verstopft das Abflussloch nicht mit Erde
  • und das überschüssige Wasser kann abfließen

Pflege von Paprikapflanzen

Paprikapflanzen gelten als relativ pflegeleicht, da das Ausgeizen bei ihnen wegfällt. Dennoch benötigen sie einen gewissen Pflegeaufwand, damit sie wachsen und zahlreiche Früchte tragen können. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen sowie dem fachgerechten Gießen. Die Pflege der Paprikapflanzen erfordert Folgendes:

Düngen

Dünger - BrennnesselsudPaprikapflanzen zählen wie die Tomatenpflanzen zu den Starkzehrern, weshalb sie dementsprechend viele Nährstoffe benötigen. Besonders bewährt hat sich die hierbei die Verwendung von Holzasche, welche Kali liefert sowie das Düngen mit Hornspäne, welche die Pflanzen mit Stickstoff versorgt. Zudem sollte beim Düngen Folgendes beachtet werden:

  • Brennnesselbrühe eignet sich als Zusatzdünger
  • alle 14 Tage düngen
  • hierfür eine geringe Menge Flüssigdünger in das Gießwasser mischen
  • ab Mitte Juni / Ende August 2-3-mal einen organischen Dünger verwenden

Gießen

Paprikapflanzen benötigen laufend viel Wasser, besonders in den Sommermonaten. Daher ist es essenziell, auf eine gute Wasserversorgung zu achten. Die Pflanzen dürfen nie austrocknen und sollten mindestens einmal täglich gegossen werden. Zusätzlich gilt es, Folgendes zu beachten:

  • aber es darf sich auch keine Staunässe bilden
  • deswegen täglich gießen
  • aber nicht über die Blätter
  • bei Bedarf mehrmals mit geringer Wassermenge gießen
  • idealerweise früh morgens oder in den späten Abendstunden
  • im Gewächshaus den Boden mit Rasenschnitt mulchen
  • dadurch wird die Verdunstung reduziert

Rankhilfe

Rankhilfe, Stab, BambusDie Paprikapflanzen werden zwar nicht so hoch wie die Tomaten und wachsen zudem langsamer, dennoch sollten sie gestützt werden. Denn dadurch wird verhindert, dass die Pflanzen bei zu starkem Wind brechen. Als Rankhilfe eignet sich beispielsweise ein Bambusstab, welcher beim Pikieren mit eingesetzt wird.

Entfernen der Königsblüte

Im Gegensatz zu den Tomaten müssen Paprikapflanzen nicht ausgegeizt werden. Doch auch bei den Paprika lässt sich der Ernteertrag positiv beeinflussen, nämlich wenn die sogenannte Königsblüte entfernt wird. Zusätzlich wird dadurch das Wachstum der Pflanzen gefördert, da sie nicht die gesamte Energie in diese Blüte steckt. Das Entfernen der Königsblüte, welche auch Terminalknospe genannt wird, gestaltet sich wie folgt:

  • das ist die erste Knospe
  • die sich zwischen dem Haupttrieb und dem ersten Seitentrieb bildet
  • befindet sich in der Gabelung dieser Triebe
  • die Königsblüte vorsichtig mit den Fingern abknipsen

Ernte und Lagerung der Paprika

Im Gewächshaus können die ersten Früchte bereits ab Mitte Juli geerntet werden. Diese sind meist grün gefärbt, jedoch nicht giftig und schmecken meist würzig. Etwa drei Wochen später sind die roten, süßlichen Paprika reif und bereit für die Ernte. Das Ernten der Früchte gelingt am besten wie folgt:

  • niemals die Früchte abreißen
  • sondern mit einem scharfen Messer abschneiden
  • eine Schere eignet sich ebenfalls
  • denn dadurch werden die Triebe und Früchte nicht beschädigt

Die Erntezeit endet, je nach Witterung, meist erst Ende Oktober bzw. Anfang November. Nach der Ernte können die Paprika gelagert werden, wobei sie außerhalb des Kühlschranks nur einige Tage haltbar sind. Ideal ist die Lagerung in einem dunklen Keller bei einer Temperatur von etwa 8-10 °C, denn dadurch behalten die Früchte ihre Vitalstoffe. Ist das Lagern in einem Kellerraum nicht möglich, einfach die Früchte mit einem Tuch abdecken.

Überwintern der Paprikapflanzen

Paprika FruchtDie Paprikapflanzen sind grundsätzlich mehrjährig und versprechen im zweiten Jahr zudem eine ertragreichere Ernte. Ein optimales Winterquartier ist ein heller Raum ohne Zugluft, indem die Temperatur etwa 10 °C beträgt. Sobald die Außentemperatur unter 5 °C fällt, sollten die Paprika ihr Winterquartier beziehen. Über die Wintermonate werden sie wie folgt gepflegt:

  • vor dem Einzug in das Winterquartier auf Schädlinge untersuchen
  • nur wenig gießen
  • nicht düngen
  • regelmäßig mit Regenwasser besprühen
  • idealerweise ist das Gießwasser zimmerwarm

Im Februar können Sie die Paprikapflanzen auf die neue Saison vorbereiten. Hierfür werden die Pflanzen in neue Gefäße mit frischer Erde eingesetzt. Ab diesem Zeitpunkt ist es ratsam, die Pflanzen etwas mehr zu gießen. Zudem eine geringe Menge Flüssigdünger in das Gießwasser mischen.

Braune Flecken – das steckt dahinter

Paprikapflanzen sind wie alle anderen Pflanzen nicht vor Schädlingen oder Krankheiten geschützt. Besonders gefürchtet ist das Auftreten von braunen Flecken auf den Pflanzen, welche meist Symptome von unheilbaren Erkrankungen sind. Die Ursachen für die Verfärbungen sind unterschiedlich und variieren je nach Krankheitsbild:

Blütenendfäule

Bei der Blütenendfäule handelt es sich nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern um eine Stoffwechselkrankheit. Die genauen Ursachen für ihr Auftreten sind bislang noch unklar, jedoch konnte immer ein Mangel an Kalzium festgestellt werden. Ein Kalziummangel macht sich insbesondere an der Spitze der Früchte erkennbar, indem dort große braune bis schwarze Flecken auftreten. Ist dies der Fall, sollte am besten wie folgt vorgegangen werden:

  • feststellen, ob es starke Schwankungen zwischen Feuchte und Trockenheit gab
  • und ob eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen gegeben ist
  • zusätzlich den pH-Wert des Bodens prüfen
  • Soforthilfe verschafft ein Kalziumhalteiger Blattdünger

Fusariumwelke

Die Fusariumwelke ist besonders gefährlich, da sie zum Absterben der Pflanzen führt. Die Krankheit überträgt ein Bodenpilz, dieser dringt über die Wurzel ein und verbreitet sich so in den Gefäßen. In weiterer Folge verstopft er die Leitbahnen und befällt das Laub sowie den Stängel. Bei einer Erkrankung der Fusariumwelke bitte Folgendes beachten:

  • aktuell gibt es kein geeignetes Pflanzenschutzmittel
  • daher die befallenen Pflanzen entfernen
  • darauf achten, auch alle Pflanzenteile zu entfernen
  • und das Werkzeug gründlich reinigen, idealerweise sterilisieren
  • denn die Krankheit ist höchst ansteckbar und vermehrt sich durch Wind und Regen, sowie durch Insekten

Der Pilz kann zudem mehrere Jahre im Boden überleben und nachfolgend eingesetzte Paprikapflanzen befallen. Deswegen ist es ratsam, in den darauffolgenden vier bis fünf Jahren in dem betroffenem Beet keine Paprika anzubauen.

Tabakmosaikvirus

Eine weitere Krankheit, die braune Flecken hervorruft, ist das Tabakmosaikvirus. Hierbei bilden sich an den Früchten gelbe bis bräunliche Flecken. In weiterer Folge verkümmern die Paprika und die Blätter sterben ab. Diese Erkrankung ist ebenfalls höchst ansteckend und kann nicht bekämpft werden. Daher befallene Pflanzen, sowie alle Pflanzenreste unbedingt entsorgen.

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