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Sind Tomaten mehrjährig? So gelingt das überwintern

von Jana
Tomaten sind mehrjährig, diese überwintern

Tomaten sind in ihrer Heimat in Südamerika mehrjährig, in hiesigen Regionen jedoch (grundsätzlich) nicht. Das liegt zum einen an dem mangelnden Sonnenlicht in den Wintermonaten und zum anderen an den zu niedrigen Temperaturen, welche der Winter mit sich bringt. Die Tomatenpflanzen sind somit auch nicht winterhart, es gibt jedoch spezielle Sorten, die unter bestimmten Voraussetzungen den Winter verkraften und eventuell sogar mehrjährig werden können.

Kleinwüchsige Tomaten

Kleinwüchsige Buschtomaten und Wildtomaten

Besonders kleinwüchsige Buschtomaten sowie Wildtomaten eignen sich für die Überwinterung. Im Gegensatz zu Freilandtomaten benötigen diese nicht so viel Platz und dementsprechend weniger Licht. Die Pflanzen erlangen durchschnittlich eine Höhe von rund 30-50 cm und können zahlreiche Tomaten tragen. Bei richtiger Überwinterung können diese sogar mehrjährig werden. Zu den bekanntesten Sorten zählen die Folgenden.

Kleinwüchsige Tomaten

Red Robin

  • begrenzter Wuchs
  • viele kompakte Seitentriebe
  • saftige süße Cherrytomaten
  • sehr ertragreich
  • Fruchtreife etwa 55 Tage

Primabell

  • Wuchshöhe etwa 30 cm
  • außergewöhnlich kompakter Wuchs
  • mittlerer bis hoher Wasserbedarf
  • Pflegeaufwand ist relativ gering
  • überreicher Fruchtertrag
  • ca. 60-80 Früchte pro Pflanze

Balconi Red

  • kompakter Wuchs
  • kann einen 30 cm großen Behälter problemlos füllen
  • milde süße Früchte
  • sehr ertragreich

Minibel


  • kompakter Wuchs
  • Wuchshöhe etwa 25-30 cm
  • süße Tomaten

Überwinterung

Stecklinge überwintern

Wer Stecklinge überwintern möchte, sollte Setzlinge von robusten Wildtomaten bevorzugen. Als Standort eignet sich eine Fensterbank, ein Gewächshaus oder ein Wintergarten. Wichtig ist, dass der Standort hell und warm ist.

Die Vorgehensweise ist recht simpel:

  • im August etwa 8-10 cm lange Ableger von gesunder Pflanze abschneiden
  • den unteren Bereich entlauben
  • Ableger in ein dunkles Glas geben und wurzeln lassen
  • danach in einen Kübel mit Substrat einpflanzen
  • idealerweise auf einen Drehteller positionieren
  • damit alle Zweige genügend Licht bekommen

Überwinterung auf Fensterbank

Besonders die zuvor genannten kleinwüchsigen Buschtomaten eignen sich hervorragend für die Überwinterung auf der Fensterbank. Diese sind zudem meist sehr robust und können dadurch Lichtmangel und Temperaturschwankungen verschmerzen. Bevor die Pflanzen in die Wohnung geholt werden, ist es ratsam, sie einer Behandlung mit Niemöl zu unterziehen. Das Öl wirkt toxisch auf Schädlinge, welche die Wirkstoffe durch den Pflanzensaft aufnehmen.

  • Pflanzen mit Niemöl besprühen
  • den hellsten Platz in der Wohnung aussuchen
  • Erde regelmäßig feucht halten
  • Geiztriebe nicht entfernen
  • das Blattwerk wird wegen des Lichtmangels benötigt
  • nicht zu stark düngen
  • sehr häufig auf Schädlinge kontrollieren
  • bei extremem Lichtmangel zusätzlich Pflanzenlampe bereitstellen
  • bei einer südlich gerichteten Fensterbank reicht auch ein Spiegel
  • dieser erhöht die Lichtreflexion

Tomaten auf Fensterbank überwintern

Überwinterung im Topf

Spezielle Tomatensorten können auch an einem lichtdurchfluteten Standort im Haus den Winter überstehen. Hierfür haben sich besonders Wildtomaten bewährt, da diese enorm robust und somit am ehesten winterhart sind.

Um sie im Topf zu überwintern, muss Folgendes beachtet werden:

  • lichtdurchfluteter Standort
  • beispielsweise ein ungeheizter Wintergarten
  • oder ein helles Treppenhaus
  • Temperatur nicht über 15 °C
  • nicht düngen
  • nur gießen, um sie vor dem Vertrocknen zu schützen

Überwintern im Gewächshaus

Wer ein Gewächshaus besitzt, kann seine Tomatenpflanzen darin überwintern lassen. Hierfür eignen sich ebenfalls besonders kleine Sorten, wie beispielsweise Kirschtomaten oder Wildtomaten. Ist das Gewächshaus winterfest, können die Pflanzen im Spätsommer / Frühherbst übersiedeln. Hierbei ist wichtig, dass nur gesunde Tomatenpflanzen überwintert werden dürfen. Werden die Pflanzen im Gewächshaus überwintert, gilt es Folgendes zu beachten.

  • den sonnigsten Platz auswählen
  • eventuell Pflanzenlampen bereitstellen
  • Temperatur sollte etwa 22-24 °C haben
  • weniger gießen und düngen
  • häufig auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren
  • bei extremem Lichtmangel bleiben Blätter und Triebe aus
  • Tomaten reifen trotzdem aus

Tomaten im Gewächshaus überwintern

Gewächshaus winterfest machen

Damit die Tomatenpflanzen den Winter im Gewächshaus verbringen können, ist es wichtig, dass dieses winterfest ist. Mit einfachen Vorkehrungen lassen sich die idealen dafür Voraussetzungen schaffen.

  • Außenwände auf Beschädigungen prüfen
  • wie beispielsweise Löcher, Risse oder Steinschläge
  • denn dadurch könnten Schädlinge leicht eindringen
  • Dichtungen überprüfen, damit Wärme im Gewächshaus bleibt
  • Scheiben putzen sorgt für bessere Lichtverhältnisse
  • Gewächshaus mit Noppen- oder Luftpolsterfolie isolieren
  • diese kann außen oder innen angebracht werden
  • das erspart rund 50 Prozent Heizkosten
  • Heizmöglichkeiten bereitstellen
  • beispielsweise Heizmatten oder Gewächshausbeheizung

Lichtmangel ausgleichen

Mit künstlichem Licht den Lichtmangel ausgleichen

Bei zu wenig Licht ist es empfehlenswert, die Pflanzen mit künstlichem Licht zu beleuchten. Denn die Tomatenpflanzen benötigen mehrere Stunden Licht am Tag, um die Photosynthese betreiben zu können. Wichtig ist, dass das Licht im roten sowie im blauen Spektralbereich einfällt. Hierfür gibt es unterschiedliche Lampen, welche je nach Bedarf ausgewählt werden können.

Lichtmangel ausgleichen bei Tomatenüberwinterung

Natrium-Hochdruckdampflampe

  • sehr viel Licht
  • eignen sich als Ersatz für Tageslicht
  • dementsprechend auch sehr heiß
  • ziemlich teuer und hoher Stromverbrauch

Leuchtstoffröhre

  • relativ heiß
  • Farbwiedergabe ist befriedigend
  • Lichtstrom und Beleuchtungsstärke eher dürftig
  • ziemlich günstig

Energiesparlampe

  • geringe Wärmeentwicklung
  • ausreichende Beleuchtungsstärke
  • eher ineffizientes Lichtspektrum
  • teilweise giftige Bestandteile

LED-Lampe

  • wird nicht so heiß
  • sehr viel Licht
  • gutes Lichtspektrum
  • niedriger Energieverbrauch
  • oftmals sehr teuer

Tomaten mit künstlichem Licht beleuchten

Bestäubung von Tomaten

Die Pflanze kann nur reichlich Früchte bilden, wenn sie bestäubt wird. Im Freien übernehmen das die Insekten sowie der Wind. Befindet sich die Pflanze jedoch in der Wohnung oder in einem Gewächshaus, muss mit einfachen Tricks nachgeholfen werden.

  • Pflanze kräftig schütteln oder
  • mit einem weichen Pinsel über die Pollensäcke und Narben streichen oder
  • mit einer elektrischen Zahnbürste die Pflanze zum Vibrieren bringen
  • dafür wird die Zahnbürste oberhalb der Blüte angesetzt
  • dadurch fallen die Pollen heraus
  • und die Pflanze kann sich selbst befruchten

Damit die Bestäubung gelingt, müssen zudem spezielle Voraussetzungen erfüllt sein: Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 bis 80 Prozent liegen. Denn ist es zu feucht, verklumpen die Pollen. Ist es hingegen zu trocken, reduziert sich die Keimfähigkeit der Pollen. Zudem darf die Temperatur nicht über 30 °C schreiten.

Tomaten über den Winter bringen

Fazit

Tomaten sind in hiesigen Regionen grundsätzlich einjährig, können aber unter bestimmten Voraussetzungen die kalte Jahreszeit überstehen. Neben der Auswahl der passenden Sorte sind vor allem die entsprechende Lichtzufuhr sowie die passende Temperatur essenziell.

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