Home Tomatenanbau Histaminintoleranz: wie viel Histamin steckt in Tomaten?

Histaminintoleranz: wie viel Histamin steckt in Tomaten?

von Marc
erntereife Tomaten am Strauch

Tomaten enthalten zwar nur eine geringe Menge an Histamin, sollten dennoch von Menschen mit Histaminintoleranz vermieden werden. Lesen Sie hier, warum die roten Vitaminkugeln durchaus eine Gefahr für histaminempfindliche Personen darstellen können!


Menschen mit Histaminintoleranz sollten grundsätzlich auf histaminhaltige Lebensmittel verzichten. Allerdings sorgen nicht nur Nahrungsmittel mit einem hohen Histamingehalt für das Auftreten der typischen Symptome. Denn auch Lebensmittel mit einem geringen Histamingehalt können zu den teils gesundheitsgefährdeten Nebenwirkungen führen. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem auch Tomaten, weshalb diese von histaminempfindlichen Personen vom Speiseplan gestrichen werden sollten.

Was ist Histamin?

Histamin ist ein natürlicher Botenstoff, den der Körper selbst auch bildet. Er findet sich sowohl im menschlichen als auch im tierischen Organismus, ist jedoch auch im Pflanzenbereich weitverbreitet. Im menschlichen Körper fungiert dieser Stoff als Gewebshormon und Neurotransmitter und spielt zudem eine essenzielle Rolle bei allergischen Reaktionen. Der Botenstoff ist an zahlreichen körpereigenen Funktionen beteiligt, wobei er unter anderem in folgenden Bereichen mitwirkt:

  • Magen-Darm-Trakt
  • Zentralnervensystem
  • Appetitkontrolle
  • Herz-Kreislauf-System
  • Motolität

Ist Histamin gesundheitsbedenklich?

Gelbe TomatenWenngleich der Botenstoff eine wichtige Rolle im menschlichen Organismus einnimmt, sollte eine zu hohe Dosis vermieden werden. Denn größere Mengen können zu Vergiftungserscheinungen führen, welche sogar lebensbedrohlich sein können. Für Erwachsene gelten in Bezug auf den Histamingehalt folgende Richtwerte:

  • Erwachsene vertragen etwa 10 mg
  • größere Mengen können toxisch wirken
  • mögliche Symptome: Kopfschmerzen und Durchfall
  • ab 100 mg deutliche Vergiftungserscheinungen!

Temporäre Histaminintoleranz – Histaminüberschuss

Grundsätzlich wird Histamin im menschlichen Körper durch das Enzym DAO abgebaut. Allerdings kann die Arbeit dieses Enzyms unter anderem durch die Einnahme von Alkohol oder Medikamenten blockiert werden. Ein Histaminüberschuss kann jedoch auch durch folgende Faktoren begünstigt werden:

  • Fischvergiftung
  • histaminreiche Nahrung
  • Stress
  • starke körperliche Belastung

Chronische Histaminintoleranz

In der Regel produziert der menschliche Körper das Enzym DAO in ausreichender Menge, sodass es nicht zu einem Histaminüberschuss kommen kann. Menschen mit Histaminintoleranz haben jedoch meist ein Mangel dieses Enzyms, welcher sowohl genetisch bedingt als auch die Folge einer chronisch-entzündeten Darmerkrankung sein kann. Eine Intoleranz bringt demnach die Zufuhr und den Abbau dieses Stoffes ins Ungleichgewicht. Bei histaminintoleranten Menschen treten häufig nach der Nahrungsaufnahme Symptome auf, welche denen einer Allergie gleichen:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Hautausschlag
  • Schnupfnase
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Atembeschwerden

Hinweis: Die Symptome treten nicht immer unmittelbar nach dem Verzehr histaminhaltiger Lebensmittel auf! Denn in einigen Fällen lassen die Beschwerden sogar über eine Stunde auf sich warten.

Histamingehalt von Tomaten

Ochsenherz - FleischtomateDer Botenstoff ist in zahlreichen Lebensmitteln enthalten, wobei vor allem lang gereifte Produkte, wie Rotwein und Hartkäse, einen besonders hohen Histamingehalt vorweisen. Allerdings gibt es auch Nahrungsmittel, welche zwar nur eine geringe Menge Histamin enthalten, aber dieses im Darm freisetzen. Diese Lebensmittel werden Histaminliberatoren genannt und beinhalten neben Ananas und Schokolade auch Tomaten. Darum meiden histaminintolerante Menschen eher auch die roten Vitaminkugeln.


  • Histamingehalt von 1 kg Tomaten liegt etwa bei 11-22 mg
  • auch Produkte aus Tomaten sind histaminhaltig
  • diese werden jedoch meist besser vertragen
  • alternativ Tomaten durch Paprika ersetzen

Hinweis: Der tatsächliche Histamingehalt lässt sich nicht genau festlegen, da dieser von unterschiedlichen Faktoren, wie beispielsweise dem Reifegrad, abhängt und somit schwankt.

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