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Tomaten mit Urgesteinsmehl düngen: Dosierung und Ergebnisse

von Marc
Urgesteinsmehl

Bei Urgesteinsmehl handelt es sich nicht um einen klassischen Dünger per se, sondern vielmehr um einen Bodenhilfsstoff. Es wird sowohl im Obstanbau als auch in der Landwirtschaft und im Weinbau eingesetzt. Doch auch im heimischen Garten wird Urgesteinsmehl immer häufiger angewandt, wie zum Beispiel zum Düngen von Tomaten.

Was ist Urgesteinsmehl?

Hierbei handelt es sich um nichts anderes, als industriell zermahlenes Gestein. Es wird meistens aus Lavagestein oder Basalt gewonnen, allerdings gibt es auch Gesteinsmehl aus Diabas, Quarz, Zeolith und sogar Granit. Das Gestein wird zunächst in kleine Teile zerbrochen und anschließend in einer Gesteinsmühle zu feinem Pulver zermahlen. Die Korngröße beträgt etwa 0,063 Millimeter und ist somit äußerst klein. Dadurch kann das Gesteinsmehl besonders gut aufgenommen werden. Der Boden wird mit den unterschiedlichsten Stoffen angereichert, welche jedoch von der Sorte des Gesteins abhängig sind. In der Regel besteht Urgesteinsmehl jedoch aus den folgenden Stoffen:

  • Kieselsäure 80 %
  • Aluminiumoxid 8 – 35 %
  • Mineralien
  • Spurenelementen

Verschiedene Sorten

Da Urgesteinsmehl von unterschiedlichem Gestein gewonnen werden kann, variieren auch dessen Inhaltsstoffe und somit dessen Anwendung dementsprechend. Lavamehl eignet sich besonders gut für Tomaten, da es große Mengen an Spurenelementen enthält und somit die starkzehrenden Pflanzen optimal versorgt. Neben Lavamehl gibt es zudem noch folgende Sorten:

  • Klassisches Urgesteinsmehl: aus Basalt oder Diabas
  • Diabas Urgesteinsmehl: hoher Anteil Calcium, gut für Sanierung von versauerten Böden
  • Basalt / Granit Urgesteinsmehl: gut um stark alkalische Böden abzusäuern, Kompostzugabe
  • Bentonit (gemahlener Ton): verbessert Sandböden, fördert Bildung von Ton-Humus-Komplexen
  • Zeolithmehl: Verbesserung des Speichervermögens des Bodens

Vorteile von Urgesteinsmehl

Die Verwendung von Urgesteinsmehl bringt eine Vielzahl an Vorteilen mit sich: Für viele Hobbygärtner von großer Bedeutung ist die Tatsache, dass Urgesteinsmehl ein natürlicher Stoff ist. Bei fachgerechter Anwendung sind eine Belastung des Bodens sowie eine einseitige Düngung ausgeschlossen. Allerdings wirkt Urgesteinsmehl nicht sofort, da es seine Wirkung erst durch das Verwittern freisetzt. Es kann zwar nicht akut eingesetzt werden, dafür versorgt es den Boden lang- und vor allem gleichmäßig mit Nährstoffen. Zudem sprechen folgende Vorteile für die Verwendung von Urgesteinsmehl:

  • langfristig und nachhaltig
  • fördert Aktivität der Mikroorganismen im Boden
  • wirkt geruchsneutralisierend und -bindend
  • simple Anwendung
  • Anwendung ganzjährig bei jeder Witterung möglich
  • steigert Ernteertrag

Hinweis: Wer Tomaten regelmäßig mit Urgesteinsmehl düngt, kann höhere Ernteerträge einfahren. Allerdings lässt dieser Effekt deutlich nach, wenn man drei Jahre lang kein Urgesteinsmehl verwendet.

Düngen mit Urgesteinsmehl

Wer Tomaten mit Urgesteinsmehl düngen möchte, kann zwischen zwei unterschiedlichen Anwendungsmethoden wählen. Denn das Mehl kann sowohl in fester als auch in flüssiger Form einsetzen.

Düngen in fester Form

UrgesteinsmehlDie Anwendung von Urgesteinsmehl ist äußerst simpel, denn es wird einfach ausgestreut. Dies ist zwar zeitsparend, allerdings bringt diese Methode einen entscheidenden Nachteil mit sich. Denn das Pulver kann an windigen Tagen einfach davon geweht werden. Eine optimale Dosierung ist somit nur bedingt möglich. Das Risiko einer Überdüngung ist jedoch gering, denn Urgesteinsmehl enthält nur keine beziehungsweise nur äußerst wenige Hauptnährstoffe. Wer Tomaten mit Urgesteinsmehl in Pulverform düngen möchte, geht am besten wie folgt vor:

  • Steinmehl an windigen Tag ausbringen
  • Beet im Herbst/Winter ausgiebig einstäuben
  • etwa 100 g/m²
  • anschließend das Gesteinsmehl einharken
  • beim Aussäen und Einpflanzen die Tomaten mit Urgesteinsmehl bestäuben
  • 4 Wochen nach dem Austrieb düngen mit Gesteinsmehl
  • 1 gehäufter TL pro Pflanze

Düngen in flüssiger Form

Urgesteinsmehl ist sehr gut wasserlöslich und kann somit problemlos in das Gießwasser oder in Pflanzenjauche gemischt werden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sich das Gesteinsmehl gleichmäßiger dosieren und verteilen lässt. Ebenso entfällt das Risiko, dass es einfach vom Wind weggeweht wird. Um die Tomaten mit Urgesteinsmehl in flüssiger Form zu düngen, wird wie folgt vorgegangen:


  • 1 TL Urgesteinsmehl in einen Eimer Wasser mischen
  • Mischung gut umrühren
  • anschließend Tomaten damit gießen

Urgesteinsmehl – mehr als nur ein Dünger

Urgesteinsmehl versorgt den Boden und somit Pflanzen mit wertvollen Nährstoffen und Spurenelementen. Allerdings kann dieser Tomatendünger weit mehr, denn es ist ein wahrer Allrounder! Besonders effektiv hat es sich als vorbeugende Maßnahme in der Schädlingsbekämpfung bewährt. Streut man es im trockenen Zustand auf die Pflanzen, legt es sich wie ein pudriger Film auf die Blätter und wirkt somit vorbeugend gegen Schnecken, Raupen und Blattläuse. Zudem sprechen folgende Vorteile und Verwendungsmöglichkeiten für Urgesteinsmehl:

  • Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen
  • Neutralisierung von Gerüchen: gut für Kompost und Pflanzenjauchen
  • Auflockerung von Böden: verringert Gießaufwand, erleichtert Wasseraufnahme
  • Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessert
  • Gesundheit der Pflanzen: enthaltene Kieselsäure fördert Widerstandsfähigkeit
  • Verbesserung der Bodenqualität

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