Home Tomatenanbau Grüne Tomaten nachreifen lassen – so gelingt es immer

Grüne Tomaten nachreifen lassen – so gelingt es immer

von Jana
Tomaten nachreifen lassen

Im Spätsommer bzw. Herbst tragen noch viele Tomatenpflanzen Früchte, welche aber aufgrund der kürzeren Tage oftmals nicht mehr reifen. Das liegt zum einen an der niedrigen Temperatur und zum anderen an der geringen Sonneneinstrahlung. Die Ernte muss deswegen nicht geringer ausfallen, denn die Früchte können nachreifen!

Grüne Tomaten nicht verzehren

Grüne Tomaten nicht essen, sondern nachreifen lassen

Der Verzehr von grünen Tomaten birgt ein erhebliches Gesundheitsrisiko, da sie den Stoff Solanin enthalten. Dieser ist selbst bei Früchten mit wenigen grünen Stellen in beachtlicher Menge enthalten. Der Bitterstoff ist für den Menschen giftig und macht sich unter anderem durch Übelkeit, Krämpfe sowie Durchfall bemerkbar.

  • grüne Tomaten enthalten etwa 9 bis 30 mg Solanin pro 100 Gramm
  • ein Verzehr ab etwa 25 mg kann bereits giftig wirken
  • ab einer Menge von 400 mg kann Solanin tödlich sein
  • Solanin ist hitzebeständig und fettunlöslich
  • deswegen kann der Gehalt durch das Kochen nur minimal reduziert werden
  • es ist daher nicht gesünder die grünen Früchte zu kochen
  • denn sie sind letztendlich trotzdem giftig
  • sondern nur weniger gefährlich

Grüne Tomaten nicht verzehren

Sind die Früchte nachgereift, stellt der Solaningehalt grundsätzlich kein Problem dar. Er ist zwar noch im grünen Ansatz der Früchte enthalten, aber mit einer Menge von rund 1 mg auf 100 Gramm sehr gering. Wer dennoch auf Nummer sichergehen möchte, schneidet das Grün einfach ab.

Tomaten nachreifen

Welche Tomaten können nachreifen?

Grundsätzlich gilt: Nur gesunde, intakte Früchte nachreifen lassen. Weisen sie Schimmel oder Risse auf, sollten sie auf dem Kompost entsorgt werden. Das Herausschneiden von beschädigten Stellen ist unnötig, da Schadstoffe wie Pilzspuren und Bakterien in der Frucht bleiben. Des Weiteren gilt, dass sich nur herangereifte Früchte eignen. Wer nicht sicher ist, ob die Frucht bereits herangereift ist, kann dies einfach am gelblich klebrigen Fruchtfleisch erkennen.

Optimale Bedingungen

Die Tomaten können grundsätzlich an der Mutterpflanze reifen, solange noch kein Nachtfrost eingetreten ist. Hierfür ist es wichtig, die Wettervorhersagen zu beobachten. Fällt die Temperatur unter 0 °C, müssen die Früchte “in Sicherheit gebracht werden”. Denn wenn diese einen Frostschaden erleiden, müssen sie entsorgt werden.


Erkennbar ist dies an ihrem glasigen Erscheinungsbild. Sind die Früchte jedoch rechtzeitig ins Warme gebracht worden, können sie nachreifen. Die Früchte bevorzugen im Gegensatz zur Pflanze die Dunkelheit. Das liegt vor allem daran, dass hauptsächlich das Blattwerk das Sonnenlicht braucht. Um nachreifen zu können, benötigen die Früchte zusätzlich weitere Bedingungen:

Temperatur

  • zwischen 16 bis 25 °C reifen die Früchte nach
  • Idealwert liegt bei 18-20 °C
  • mit Hilfe des Wärmegrads lässt sich der Reifeprozess beeinflussen
  • je wärmer es ist, umso schneller entwickeln sie sich
  • ist es nicht so kühl, brauchen sie länger um sich zu entwickeln
  • dadurch ist es möglich, dass die Früchte erst im Dezember bzw. Jänner reif sind

unreife Tomaten nachreifen lassen

Luftfeuchtigkeit

  • hohe Luftfeuchtigkeit ist essenziell für das Nachreifen
  • die relative Luftfeuchte sollte über 80 Prozent liegen
  • ist es zu feucht, faulen die Früchte
  • dadurch werden Fruchtfliegen angezogen
  • ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, trocknen die Früchte aus

Die nachgereiften Früchte erlangen meist nicht mehr das intensive Aroma wie das von sonnengereiften Tomaten. Das liegt daran, dass durch das Sonnenlicht Zucker produziert wird, welcher den Tomaten ihren süßlichen Geschmack gibt. Bei der Nachreife im Herbst ist oftmals zu wenig Sonnenlicht vorhanden, weshalb die Früchte folglich etwas wässrig schmecken können.

Methoden zur Nachreife

Je nach Ertrag der Ernte – verschiedene Methoden

Um die Früchte nachreifen zu lassen, haben sich zahlreiche Methoden bewährt. Je nachdem wie ertragreich die Ernte ist, bieten sich verschiedene Varianten für die Nachreife an. Für alle Methoden gilt, dass die Beigabe von Bananen oder Äpfel den Reifeprozess beschleunigt. Zusätzlich ist es wichtig, die Tomate abzuschneiden und nicht abzureißen. Durch das Abreißen können Risse in der Frucht entstehen, die den Keimen das Eindringen erleichtern.

Fensterbank

Diese Variante bietet sich vor allem für einzelne bis wenige Früchte an. Der Vorteil ist, dass sie auf der Fensterbank mithilfe des Sonnenlichts reifen können und dadurch ihr typisches Aroma entwickeln.

Tomaten auf Fensterbank nachreifen lassen

  • Früchte abschneiden
  • in einen Behälter wie beispielsweise eine Schüssel geben oder
  • auf der Fensterbank ausbreiten
  • der Ort sollte hell sein
  • Vorsicht bei Temperaturschwankungen!
  • in der Nacht die Früchte ins Warme bringen

Plastiktüte

Sind mehrere Früchte vorhanden, so eignet sich eine Plastiktüte für die Nachreife. Vorzugsweise ist diese transparent, da dadurch die Kontrolle der Früchte erleichtert wird.

  • etwa 3 bis 4 Früchte (je nach Größe) in eine Tüte geben
  • Tüte verschließen
  • einige Luftlöcher in die Plastiktüte stechen
  • der Ort sollte warm, dunkel und leicht feucht sein

Zeitungspapier

Diese Methode eignet sich ebenfalls für einzelne bis wenige Früchte.

  • Frucht mit einem Teil des Stängels von der Pflanze abschneiden
  • die gesäuberte Frucht in Zeitungspapier oder in eine Papiertüte wickeln
  • der Ort sollte warm und leicht feucht sein

Tomaten zum Nachreifen in Zeitungspapier wickeln

Karton oder Korb

Diese Methode bietet sich vor allem bei einer großen Menge an Früchten an. Hierbei wird zusätzlich Zeitungspapier benötigt.

  • Zeitungspapier auf den Kartonboden legen
  • Früchte mit einem Teil des Stängels hinein geben
  • sie sollten sich nicht berühren
  • bei einer ertragreichen Ernte lieber eine zweite Schicht draufgeben
  • diese mit etwa sechs Seiten Zeitungspapier trennen
  • nicht mehr als Schichten pro Karton
  • eventuell auf die obere Schicht noch Zeitungspapier geben
  • der Ort sollte kühl, leicht feucht und dunkel sein
  • eine Speisekammer bietet sich hierfür an
  • häufig kontrollieren
  • nach wenigen Tagen sollten die Früchte rot sein

Einweckglas

Diese Methode eignet sich vor allem, wenn wenig Platz vorhanden ist. Denn durch die Einweckgläser lassen sich die Früchte platzsparend zur Nachreife lagern.

  • Früchte in Einweckglas geben
  • den Behälter jedoch nicht komplett füllen
  • dadurch könnten die Früchte Druckstellen abbekommen
  • Glas mit Deckel abdecken und verschließen
  • der Ort sollte warm und dunkel sein
  • regelmäßig auf Schimmel kontrollieren
  • nach etwa zwei Wochen sind die Früchte reif

Tomaten im Einweckglas nachreifen lassen

Tongefäß oder Römertopf

Diese Methode eignet sich ebenfalls für eine größere Menge an Früchten. Hierbei ist vor allem wichtig, dass die Gefäße sauber sind. Vor der Nutzung sollten diese daher gereinigt werden. Idealerweise wird der Behälter eine halbe Stunde in den heißen Backofen gegeben, denn dadurch werden vorhandene Pilzsporen getötet.

  • danach den Behälter einige Stunden ins Wasser legen
  • dadurch nehmen die Poren das Wasser auf
  • die Früchte anschließend in das Gefäß geben
  • mit einem Deckel abdecken
  • ein Tonuntersetzer eignet sich auch als Deckel
  • dann den Deckel umdrehen und mit Wasser füllen
  • das Wasser verdunstet und erhöht die Luftfeuchtigkeit
  • deswegen immer etwas Wasser nachfüllen
  • an einen warmen Ort stellen, egal ob hell oder dunkel
  • alle zwei bis drei Tage kontrollieren

Nachreife im Beet

Lassen es die Wetterbedingungen im Herbst zu, können die Früchte auch im Beet nachreifen. Hierfür ist wichtig, dass die Pflanze umgeknickt wird und die Früchte keinen Bodenkontakt haben.

  • denn durch Staunässe können sie fäulen
  • oder Frost abbekommen
  • deswegen auf eine Holzlatte oder eine Wasser absorbierende Folie legen
  • Frühbeetkasten oder ein kleines Gewächshaus aufstellen
  • fällt die Außentemperatur unter 12 °C wird zusätzliche Wärme benötigt
  • das Gewächs mit einer wärmenden Folie von unten und oben abdecken

Tomaten im Beet reifen lassen

Heizungskeller oder Waschküche

Bei dieser Methode wird die gesamte Tomatenpflanze samt den Wurzeln aus der Erde gezogen. Dies bietet sich vor allem für Pflanzen an, die noch zahlreiche Früchte tragen. Der Vorteil hierbei ist, dass diese aufgrund des Nachreifens am Stiel ein kräftigeres Aroma entwickeln als lose Früchte.

  • die Blätter entfernen, damit sie nicht welken
  • in einem warmen, trockenen Raum bringen
  • die Raumluft sollte nicht zu trocken sein
  • deswegen bietet sich ein Heizkeller oder eine Waschküche an
  • Gewächs verkehrt rum an die Decke hängen
  • mit einer Schnur oder einem Draht befestigen
  • eignet sich auch im Freien, wenn es hell ist
  • beispielsweise eine Hauswand mit starker Sonneneinstrahlung

Reifeprozess beschleunigen

Der Reifeprozess kann sowohl mit der Temperatur als auch mit der Beigabe von Bananen oder Äpfel beeinflusst werden. Denn diese Früchte sondern ein Reifegas namens Ethylen aus, welches den Reifeprozess beschleunigt. Um mithilfe von Bananen oder Äpfel den Reifeprozess zu beschleunigen, reicht es aus, diese zu den Tomaten zu geben.

Ebenso lässt sich das Reifen laut Wissenschaftlern mithilfe einer roten Folie vorantreiben. Die Folie gibt langwellige Lichtimpulse ab, welche das Protein mobilisieren. Dadurch wird den Tomaten vorgegaukelt, dass die Pflanze bereits ausgereifte Früchte trägt. Die Tomaten begeben sich in einen Art Wettkampf und möchten den Vorsprung der vermeintlich ausgereiften Früchte einholen und reifen deswegen schneller.

reife, rote Tomaten zum Verzehr

Fazit

Weist die Tomatenpflanze im Herbst noch Früchte auf, müssen diese nicht entsorgt werden, da sie sich oftmals für die Nachreife eignen. Je nach Ertrag der Ernte bieten sich hierfür verschiedene Methoden an. Zusätzlich kann der Reifeprozess manuell beeinflusst werden, sodass sich die Tomatenzüchter auch noch im Winter an der Ernte erfreuen können.

Hier weiterlesen