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Tomatenallergie: Symptome, Ursachen, Verlauf

von Jana
Tomatenallergie hat verschiedene Symptome

Histaminallergie ist auch unter der Bezeichnung Tomatenallergie bekannt. In Kombination mit anderen Auslösern tritt sie als sogenannte Kreuzallergie auf. Vereinzelt zeigt sich eine bestimmte Symptomatik. Bei manchen Symptomen ist besondere Vorsicht geboten. Andere beeinflussen den Alltag aufgrund temporärer Schübe. Dieser Beitrag beleuchtet Ursachen, Symptome und Verlauf dieser Allergie gegen Tomaten.

Tomatenallergie: Was ist das?

Diese seltene diagnostizierte Allergie kann aufgrund zwei verschiedener Auslöser entstehen:

  • Histaminunverträglichkeit
  • Kreuzallergie

Im wissenschaftlichen Diskurs gehört diese spezielle Unverträglichkeit vereinzelt zur Kategorie nicht angeborener Erkrankungen, welche sich schrittweise entwickeln kann. Betroffene Personen reagieren mit allergischen Körperreaktionen auf Produkte, welche Tomatenanteile enthalten.

Hierzu gehören beispielsweise:

  • Gemüsesäfte
  • Ketchup und andere Soße
  • getrocknete Tomatenstücke in Gewürzmischungen

In den meisten Fällen sind auch Pollenallergiker von diesem speziellen Erscheinungsbild betroffen. Sobald Betroffene Tomaten verzehren, reagiert der Körper durch eine verstärkte Histaminausschüttung. Zweck dieses automatischen Mechanismus, bei dem das Immunsystem sehr aktiv ist, den Organismus mithilfe einer vermehrten Histaminkonzentration vor potenziellen Gefahrenstoffen zu schützen.

Typische Anzeichen

Erkennbar sind typische Anzeichen, welche jedoch in den meisten Fällen keine allergische Reaktion auf die rote Frucht selbst darstellen. Ärzte betonen, dass Patienten in diesen Fällen vorrangig unter eine Histaminintoleranz leiden.

Aktueller Forschungsergebnisse zur Folge wird Histamin in oben beschriebenen Fällen nicht richtig verarbeitet. Hauptsächlich ausgelöst werden die Reaktionen durch den Genuss von Tomaten, da diese große Mengen dieses Stoffes enthalten.


Häufige Anzeichen allergischer Reaktionen auf Histamin

Allergische Körperreaktionen nach dem Genuss von Speisen mit Tomate zeigen sich auf verschiedene Weise.

Typische erste Anzeichen sind:

  • Jucken
  • Pusteln
  • Bläschen

Diese treten im Bereich des Mund- und Rachenraumes, vereinzelt an den Lippen oder der Zunge auf.

Hinweis: Typische Körperreaktionen sind ähnlich wie bei anderen Allergien erst nach mehrmaligem Genuss der tropischen Frucht zu beobachten. Damit ist der genaue Zeitpunkt des Krankheitsbeginns nicht genau feststellbar.

Die allergischen Reaktionen sind abhängig vom jeweiligen Ursprung der Symptome. Beide Ursachen können sich im Verlaufe des Lebens entwickeln.

Histaminintoleranz

Anzeichen bei Histaminintoleranz

Personen, die eine intolerant auf Histamin sind, neigen vorrangig zu Magen-Darm-Problemen nach dem Verzehr der Tomate. Blähungen, Durchfall und Bauschmerzen treten häufig auf. Auch Migräne beziehungsweise Kopfschmerzen in unterschiedlichen Intensitäten gehören dazu.

Tomatenallergie kann Bauchschmerzen auslösen

Vereinzelt bemerken Betroffene Herz-Kreislauf-Beschwerden beziehungsweise Herzrasen. Erkennbar ist eine Tomatenallergie bei Histaminintoleranz auch an typischen Hautreaktionen. Der rötliche Hautausschlag juckt sehr stark.

Auf einen Blick:

  • Beschwerden im Verdauungstrakt
  • akute Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Hautreaktionen

Bis heute gibt es keine Möglichkeit, eine Histaminunverträglich eindeutig identifizieren zu können. Typisch ist jedoch bei betroffenen Patienten, dass die oben beschriebene Symptomatik auch beim Verzehr von anderen, stark histaminhaltigen Nahrungsmitteln auftritt. Hierzu zählen beispielsweise Nüsse, Rotwein, reifer Käse oder Spinat.

Kreuzallergie

Anzeichen bei Kreuzallergie

Treten allergische Reaktionen als Kreuzallergie auf, sind hauptsächlich Personen mit einer Pollenallergie oder Heuschnupfen betroffen. In Früchten selbst sind bestimmte Moleküle enthalten, welche dem Aufbau von Allergenen in Nahrungsmitteln beziehungsweise Pollen stark ähneln.

Vorsichtig beim Genuss verschiedener Tomatensorten sollten Personen sein, welche Allergien gegen folgende Pflanzen haben.

  • Hasel
  • Birke
  • Erle
  • verschiedene Gräser
  • einige Früchte

Vereinzelt kommt es auch beim Verzehr von Beifuß und Sellerie in Kombination mit Tomate zur Kreuzallergie.

Typische Kennzeichen dieser Symptome sind:

  • Juckreiz im Rachen und Mund
  • Anschwellen der Schleimhäute

Tomaten können allergische Reaktionen hervorrufen

Vereinzelt gehen diese Anzeichen einher mit:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Aufstoßen, Magenschmerzen
  • chronische Gastritis
  • Kreislaufprobleme
  • Hautreaktionen: starkes Jucken, Hautreizungen
  • Jucken der Nase, allergischer Schnupfen
  • Dauerschnupfen, laufende Nase

Achtung: In Einzelfällen können Reaktionen im Zusammenhang mit der Tomatenallergie zu einem anaphylaktischen Schock führen.

Kleinkinder

Unverträglichkeit beim Kleinkind erkennen

Meist beginnen Eltern zwischen dem fünften und zwölften Lebensmonat mit der Einführung von Beikost. Ab diesem Zeitpunkt spielen mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine wichtige Rolle. Rund zwei bis sechs Prozent aller Kinder entwickeln im Verlauf der Kindheit eine Nahrungsmittelallergie wie beispielsweise die Tomatenallergie. Im Gegensatz dazu sind davon circa ein bis zwei Prozent aller Erwachsenen betroffen.

Ein Großteil der Mediziner empfiehlt, während dieser Zeit auf die Gabe von histaminhaltigen Nahrungsmitteln zu verzichten.

Hinweis: Es gibt Säuglinge, die auf bestimmte Inhaltsstoffe der Muttermilch mit Blähungen oder den sogenannten Dreimonats-Koliken reagieren. Bei einem Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist dies unbedingt beim nächsten Termin mit dem Kinderarzt beziehungsweise der Hebamme anzusprechen.

Aus wissenschaftlicher Sicht gilt es jedoch als sehr umstritten, ob ein Verzicht auf diese Lebensmittel effektiv ist. Tatsächlich befürworten zahlreiche Forscher diese Vorgehensweise nicht. In mehr als 200 internationalen Studien raten sie davon ab. Grundsätzlich empfiehlt es sich, Informationen zur Einführung der Beikost beim Hebamme oder Pädiater einzuholen.

Empfehlenswert ist es, eine individuelle Auswahl von Zutaten zu treffen und diese nacheinander einzuführen. Auf diese Weise kann durch Beobachtung vom Kleinkind herausgefunden werden, welche Lebensmittel gut vertragen werden. Dies ermöglicht es, eventuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten beziehungsweise eine Histaminintoleranz besser identifizieren zu können

Tipp: Wird das Kleinkind während der Einführung von Beikost weiter gestillt, so gilt dies als beste Präventionsmaßnahme gegen eine Unverträglichkeit.

Allergie beim Kleinkind erkennen

Checkliste:

Folgende Reaktionen gehen oftmals mit einer Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel einher.

  • starker Hautausschlag mit Juckreiz (ähnlich wie Nesselsucht)
  • Zunge und Lippen geschwollen beziehungsweise stark juckend
  • verstopfte Nase, anhaltendes Niesen
  • Husten
  • Kurzatmigkeit

Kleinkinder können auch gegen Tomaten allergisch sein

Therapie

Therapiemöglichkeiten, Verlauf und Prävention

Besteht ein Verdacht auf Tomatenallergie, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Bei jungen Patienten ist der Kinderarzt der erste Ansprechpartner. Erwachsene können im ersten Schritt ihren Hausarzt oder alternativ dazu einen allergologische tätigen Facharzt aufsuchen.

Die Konsultation eines Mediziners bietet:

  • Abklärung möglicher Ursachen
  • Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten

Mithilfe eines Ernährungstagesbuches wird es möglich, genau zu identifizieren, nach welchem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel beobachtete Symptome auftreten.

Sollte sich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bestätigen, ist es ratsam, auf histaminhaltige oder stark allergieauslösende Lebensmittel zu verzichten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Tomatenallergie die Lebensqualität negativ beeinflusst.

Hierzu zählen:

  • Bananen
  • Bier
  • Erdbeeren
  • gereifter Käse
  • Nüsse
  • Hartkäse
  • Sauerkraut
  • Schalentiere (Hummer, Krabben, Muscheln, Schnecken)
  • Schokolade
  • Spinat
  • Rohwurst
  • Rotwein
  • Zitrusfrüchte (Zitronen, Orangen)

Hinweis: Nur der Arzt kann die tatsächliche Ursache für beobachtete Beschwerden feststellen. Häufig genutzt wird hier der Pricktest. Vereinzelt nutzen Allergologen den IgE-Test. Besteht ein begründeter Verdacht, ist die Durchführung des Provokationstests angezeigt. Diese provoziert allergische Reaktionen, um Auslöser zu identifizieren.

Auch das Auftreten von Reaktionen aufgrund einer Kreuzallergie wird reduziert, wenn Tomaten nicht mehr auf dem Speiseplan stehen. Alternativ dazu ist es möglich, dass Allergierisiko durch kochen des Gemüses zu reduzieren. Häufig können oben aufgeführte Nahrungsmittel in der Zeit außerhalb der bekannten Pollensaison ohne Bedenken genossen werden.

Tipp: Allergologen betonen, dass Alkoholgenuss und Stress auch allergische Reaktionen dieser Art verstärken können. In diesem Zusammenhang weisen sie auf den Vorteil verschiedener Entspannungstechniken im teilweise sehr hektischen Alltag hin.

Therapie in akuten Fällen

Medikamentöse Therapiemöglichkeiten in akuten Fällen

Darüber hinaus stehen spezielle Arzneimittel zur Behandlung der Tomatenallergie zur Verfügung. Diese unterstützen Patienten dabei, das Ausmaß der allergischen Reaktionen zu minimieren beziehungsweise zu deaktivieren. Indiziert sind hierbei sogenannte Antihistaminika. Bei regelmäßiger Einnahme wird die Histaminausschüttung nach dem Verzehr spezieller Lebensmittel reduziert. Infolge dessen reduziert sich die Ausprägung von Krankheitsanzeichen.

Hinweis: Die teilweise verschreibungspflichtigen Wirkstoffe können eine Histaminintoleranz nicht heilen. Sie dienen lediglich der Linderung von Symptomen und erhöhen damit die Lebensqualität von Patienten im Kindes- beziehungsweise Erwachsenenalter.

Patienten mit Tendenzen zu akuten Reaktionen bekommen zudem vom behandelnden Arzt ein sogenanntes Notfallsystem empfohlen. Dieses dient der Arzneimittelgabe im Notfall bei lebensbedrohlichen Atem- und Kreislaufproblemen.

Tomatensorte ändern

Tomatensorte wechseln bei Tomatenallergie

Wissenschaftler der neuseeländischen Stiftung Heritage Food Crops Research begaben sich vor einiger Zeit auf die Suche nach alternativen Behandlungsmethoden. In diesem Zusammenhang untersuchten die Forscher die gesundheitlichen Vorteile der älteren, orangefarbenen Tomatensorten.

Schließlich versandten sie im Jahr 2015 einen Teil des Saatguts an französische Wissenschaflter. Diese kamen zu interessanten Forschungsergebnissen. Einer ihrer Studienteilnehmer wies eine ärztlich diagnostizierte Tomatenallergie auf. Beim Genuss der orangenen Tomatensorte “Tangella” traten typische allergische Reaktionen jedoch nicht auf. Es konnten größere Mengen diese genossen werden.

Die US-amerikanische Forscherin Cooperstone berichtete, dass bei dieser Tomate im Gegensatz zu neueren Züchtungen der roten Varianten ein bestimmtes Protein fehlt. Es könnte sein, dass genau dieses Enzym allergische Reaktionen bei einigen Menschen verursacht. Weitere wissenschaftliche Untersuchungsresultate fehlen heue noch. Perspektivisch gesehen, kann ein Wechsel der Tomatensorte Betroffenen vielleicht Abhilfe schaffen.

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