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Tomaten: so gelingt der Wechsel von Erde und Standort

von Marc
Tomaten pflanzen

Tomaten sind selbstverträglich und können unter Umständen viele Jahre am selben Standort kultiviert werden. Dennoch empfehlen Experten, dass die Nachtschattengewächse hin und wieder einem Standortwechsel unterzogen werden sollten. Wir klären auf, wann das Wechseln von Standort und Substrat sinnvoll ist und wie dies am besten gelingt!

Wann ist ein Wechsel sinnvoll?

Tomaten wird grundsätzlich nachgesagt, dass sie relativ standorttreu sind. Das bedeutet, dass sie eigentlich über mehrere Jahre am selben Standort angebaut werden können und das ohne Ertragseinbußen. Dennoch ist nicht zu vergessen, dass Tomaten Starkzehrer und durchaus anfällig für tomatenspezifische Krankheiten sind. Ein Standortwechsel und der damit verbundene Austausch der Erde ist daher aus den folgenden Gründen sinnvoll:

  • Tomaten entziehen der Erde viele Nährstoffe
  • Erde sollte sich zwischendurch erholen
  • tomatenspezifische Krankheiten können sich ansiedeln
  • selbiges gilt für Schädlinge

Tomaten im Kübel

Tomaten werden grundsätzlich einjährig kultiviert, weshalb ein umtopfen während der Saison grundsätzlich nicht erforderlich ist. Lediglich für das Pikieren ist es erforderlich, die Jungpflanzen in separate und größere Töpfe umzusiedeln. Nach der Saison stellt sich jedoch die Frage, was mit der gebrauchten Erde passieren soll und ob diese für einen erneuten Anbau verwendet werden kann. Dies ist jedoch zu verneinen, denn das Substrat im Topf wird viel mehr in Anspruch genommen als die Erde im Freiland. Es ist daher ratsam, nach der Tomatensaison wie folgt vorzugehen:

  • Erde jedes Jahr auswechseln
  • gebrauchte Erde auf dem Kompost entsorgen
  • oder flach im Garten verteilen

Hinweis: Die gebrauchte Erde mit zusätzlichem Dünger aufzuwerten ist nicht empfehlenswert. Besser ist es, den Tomaten zu Beginn jeder Saison frische Erde zur Verfügung zu stellen.

Kleine Gärten & Gewächshäuser

reife Tomaten am TomatenstrauchIn kleinen Gärten und feststehenden Gewächshäusern ist ein Standortwechsel aufgrund von Platzmangel nicht immer möglich. Allerdings sollten Tomaten dennoch nicht jahrelang in derselben Erde stehen. Dies lässt sich beispielsweise mit einem überjährigen Wechsel der Anbauflächen vermeiden. Das bedeutet, dass die Anbauflächen quasi halbiert werden und auf einer Seite Tomaten und auf der anderen Seite beispielsweise Gurken angebaut werden. Im darauffolgenden Jahr werden diese Flächen einfach ausgetauscht. Wer jedoch ausschließlich Tomaten anbauen möchte, sollte auf folgende Vorgehensweise zurückgreifen:

  • Erde alle zwei Jahre austauschen
  • etwa 30-40 cm tief
  • im Idealfall mit Kompost anreichern

Tipp: Falls es nicht möglich ist, die Erde auszutauschen, sollte eine Pflanzpause eingelegt werden.

Freiland

In der Freilandkultur ist es ebenfalls ratsam, den Boden vor dem Einpflanzen stets mit Kompost anzureichern. Denn dadurch ist sichergestellt, dass die Tomaten mit ausreichend Nährstoffen versorgt sind. Allerdings sollte auch im Freiland sichergestellt sein, dass die Erde sich nach zwei bis drei Jahren erholen kann. Optimal wird dies mit Hilfe einer Gründüngung unterstützt, bei der bestimmte Pflanzen angebaut werden, welche in erster Linie zur Bodenverbesserung beitragen. Für die Gründüngung nach dem Anbau von Tomaten eignen sich unter anderem folgende Pflanzen:

  • Phacelia
  • Buchweizen
  • Gelbsenf
  • Perserklee
  • Calendula
  • Luzerne
  • Raps
  • Einjahresblumen

Hinweis: Das Ernten von Gründüngungspflanzen ist nicht erforderlich, denn sie können einfach abgeschnitten und als Mulch für die folgenden Pflanzen liegengelassen werden.

Fruchtfolge: Was nach Tomaten anbauen?

Da Tomaten bestenfalls nach einigen Jahren den Standort wechseln, schaffen sie zugleich Platz für neue Pflanzen. Allerdings sollten an dieser Stelle nicht wahllos Pflanzen angebaut werden, denn starkzehrende Gewächse werden kaum Freude mit dem nährstoffarmen Boden haben. Ebenso sollten dort keine anderen Nachtschattengewächse (wie beispielsweise Kartoffeln oder Paprika) eingepflanzt werden. Besser ist es, bei der Fruchtfolge einen Zyklus von vier Jahren zu einzuhalten und in dieser Zeit Mittel- und Schwachzehrer anzubauen:

Mittelzehrer

Tomaten entziehen dem Boden zwar viele Nährstoffe, allerdings verbleiben auch nach der Tomatensaison noch etliche Nährstoffe im Erdreich zurück. Die Menge ist für viele Mittelzehrer völlig ausreichend, weshalb im Folgejahr etliche mittelzehrende Pflanzen in dem Beet kultiviert werden können:

  • Fenchel
  • Karotte
  • Knoblauch
  • Kopfsalat
  • Salat

Schwachzehrer

Nach der Tomatensaison und dem anschließenden Anbau von Mittelzehrern ist der Boden kaum noch nährstoffreich. Allerdings gibt es etliche schwachzehrende Pflanzen, welche sich in genau solchen Untergründen wohlfühlen. Hierzu zählen unter anderem folgende Gewächse:

  • Erbsen
  • Bohnen
  • Feldsalat
  • Kräuter
  • Spinat
  • Radieschen

Hinweis: Im vierten Jahr kann entweder eine Gründüngung ausgesät oder wie gewohnt Tomaten angebaut werden.

Fruchtfolge - Bodenwechsel

Alternativ kann der Zyklus auch innerhalb eines Beetes stattfinden, indem dieses einfach in vier Flächen (Stark-, Mittel- und Schwachzehrer sowie Gründüngung) unterteilt wird. Diese Flächen zirkulieren einfach jedes Jahr ein Feld weiter, sodass die Fruchtfolge automatisch eingehalten wird.

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