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Anbau von Balkontomaten – die besten Sorten und Pflege-Anleitung

von Marc
Jungpflanzen - Tomaten

Die Tomatenpflanzen sind äußerst vielfältig, ebenso die Möglichkeiten, diese anzubauen. Hobbygärtner, die keinen Garten zur Verfügung haben, können die Tomaten problemlos auf dem Balkon anbauen.

Zahlreiche eigens für dafür gezüchtete Tomatenpflanzen bieten sich für die Aufzucht auf dem Balkon an und glänzen zudem durch ihr dekoratives Erscheinungsbild.

Der optimale Standort

Wie die Freilandtomaten bevorzugen auch die Balkontomaten spezielle Plätze. Die besten Bedingungen bietet ein südseitig gerichteter Balkon, da die Tomatenpflanzen enorm viel Sonnenlicht benötigen. Dies ist jedoch keine Voraussetzung! Essenziell für den Anbau der Tomatenpflanzen sind folgende Punkte:

  • sonniger Standort
  • idealerweise acht Stunden Sonnenlicht am Tag
  • vor Wind und Regen geschützt
  • optimal ist eine windgeschützte Wand
  • ist es lange feucht, dann sollten die Pflanzen mit einer Folie abgedeckt werden
  • keine Zugluft
  • ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen
  • optimal sind etwa 60 – 80 cm

Gefäße und Hilfen

Tomatenpflanzen können sowohl in Töpfen oder Kübeln, als auch in Balkonkästen angebaut werden. Zudem gibt es die Option, Balkontomaten zu wählen, welche gerne hängend wachsen. Diese lassen sich platzsparend in einer Blumenampel oder einem Balkonkasten hängend auf dem Balkon anbringen.

Töpfe und Kübel

Balkontomaten lassen sich hervorragend in Kübeln sowie Töpfen kultivieren. Wichtig ist hierbei vor allem, dass die Gefäße nicht zu klein ausfallen, denn die Gewächse benötigen ausreichend Wurzelraum. Deswegen gilt: Die Behälter sollen eher zu groß, als zu klein sein. Zusätzlich gilt es, Folgendes zu beachten:

  • ideal ab einer Größe von etwa 15 Litern
  • aus Ton, Holz, Eternit oder Kunststoff
  • mindestens ein Abflussloch, damit das Wasser ablaufen kann
  • das Abzugsloch kann mit Tonscherben abgedeckt werden
  • dadurch verstopft es nicht mit Erde
  • und das Wasser kann abfließen
  • Wasserspeichergefäße sollten einen Überlauf haben
  • damit sich nach dem Gießen oder Regen keine Staunässe bildet

Nach der Ernte sollte die Erde mitsamt der abgetrockneten Pflanze entsorgt und die Töpfe sorgfältig gereinigt werden. Die Gefäße lassen sich mit einem handelsüblichen Spülmittel oder einer Natronlauge säubern. Wer die Töpfe über den Wintern lagern möchte, sollte darauf achten, dass diese trocken sind, damit sich kein Schimmel bilden kann.

Rankhilfen

Rankhilfe, Stab, BambusTomatenpflanzen wachsen äußerst schnell. Deshalb sollten sie mit Rankhilfen gestützt werden, damit sie nicht unter der Last der Früchte zusammenbrechen. Optimal ist es, diese bereits beim Einsetzen der Pflanze in das Erdreich mit einzuarbeiten. Erfolgt dies zu einem späteren Zeitpunkt, besteht die Gefahr, dass die Wurzeln beschädigt werden. Es gibt zahlreiche Variationen von Rankhilfen, wobei es vor allem für Balkontomaten äußerst dekorative Exemplare gibt.


Tomatenstäbe aus Kunststoff

  • etwa 15-20 mm dick
  • 120-150 cm hoch
  • lassen sich problemlos reinigen
  • sind besonders leicht
  • eignen sich für Kübelpflanzen

Rankhilfe aus Bambus

  • etwa 15-25 mm dick
  • Mindestlänge von 1,20 m
  • lassen sich nicht ganz so leicht reinigen
  • natürliches und dekoratives Erscheinungsbild

Tomatenstäbe aus Holz

  • etwa 30 mm dick
  • Mindestlänge von 1,20 m
  • aus Lärchen- oder Eichenholz
  • denn diese sind witterungsbeständig
  • aber auch Kiefer oder Fichte eignen sich, wenn sie imprägniert werden
  • die Holzstäbe müssen im Herbst desinfiziert werden
  • natürliches Erscheinungsbild

Spiralstäbe aus Metall

  • sehr robust und langlebig
  • müssen verzinkt und rostfrei sein
  • Mindestlänge von 1,20 m
  • teuerste Alternative

Zusätzlich gibt es weitere dekorative Rankhilfen, wie beispielsweise Pyramiden, Obelisken oder Spaliere. Viele dieser Modelle können auch nachträglich an die Gewächse angebracht werden. Die meisten Rankhilfen lassen sich wiederverwenden, weshalb sie unbedingt vor der Einlagerung sorgfältig gereinigt werden müssen.

Das optimale Substrat

Tomatenpflanzen sind Starkzehrer, das bedeutet, dass auch die Erde nährstoffreich sein sollte. Am besten eignet sich hochwertige Pflanzenerde, da diese stärker aufgedüngt ist als Aussaaterde. Zusätzlich sind folgende Kriterien bei der Wahl des Substrats wichtig:

  • die Erde sollte reichlich Feuchtigkeit aufnehmen können
  • viele Mineralstoffe beinhalten
  • idealerweise kalkhaltig sein
  • der pH-Wert sollte bei etwa 6,0-7,0 liegen
  • da Tomatenpflanzen gerne ein leicht saures Milieu haben

Zudem ist es wichtig, dass die Erde locker ist. Wer sich nicht sicher ist, ob sich die Erde für den Tomatenanbau eignet, kann dies mit einem einfachen Trick feststellen: Die Erde wird mit den Händen zu einem Schneeball geformt. Fällt dieser immer wieder auseinander, dann handelt es sich um eine geeignete Erde.

Tomaten auf Balkon säen & abhärten

Tomaten aus Samen ziehenEs gibt etliche Tomatensorten, weshalb sich viele Hobbygärtner dazu entscheiden, die Pflanzen selbst zu säen. Denn die Auswahl an Samen ist weitaus vielfältiger, als die Auswahl der vorgezogenen Jungpflanzen. Die Aufzucht der Balkontomaten ist grundsätzlich recht simpel und bedarf wenig Equipment. Alles, was dafür benötigt wird, sind die Samen, eine Anzuchterde sowie einen Behälter für diese. Bei der Aussaat muss Folgendes beachtet werden:

  • Samen auf eine Aussaatschale oder einen Eierbecher legen
  • die Samen sollten dabei einen Abstand von rund 3 cm zueinander haben
  • den Behälter anschließend mit Anzuchterde befüllen
  • danach gießen und täglich feucht halten
  • idealer Standort ist eine sonnige Fensterbank oder ein Wintergarten
  • sobald sich die ersten Blätter gebildet haben, müssen die Tomatenpflanzen pikiert werden

Einpflanzen der Tomaten

junge StabtomateIst die Tomatenpflanze reif für den Topf oder den Kübel, kann sie behutsam eingepflanzt werden. Dies gelingt am besten, wenn Folgendes beachtet wird:

  • das Gefäß etwa zu ¾ mit Erde füllen
  • Pflanze mittig einsetzen
  • am besten bis zum Blattansatz
  • die Erde mit dem Handrücken gut andrücken
  • den Behälter bis etwa 5 cm unter den Rand mit Erde auffüllen
  • das sorgt dafür, dass die Erde beim Gießen nicht überläuft
  • Pflanze stützen oder anbieten
  • danach gut gießen

Anschließend können sie langsam an die Außenbedingungen gewöhnt werden. Haben sich die Pflanzen mit den Witterungsverhältnissen vertraut gemacht, können sie ihren festen Platz auf dem Balkon einnehmen.

Pflege

Balkontomaten benötigen ausreichend viel Pflege und Zuwendung. Neben dem regelmäßigen Gießen spielt auch das fachgerechte Düngen eine bedeutende Rolle. Damit die Tomatenpflanze ordentlich wachsen und Früchte tragen kann, muss bei der Pflege Folgendes beachtet werden:

Düngen

  • Erde muss feucht sein beim Düngen
  • am besten einen speziellen Tomatendünger verwenden
  • Kompost empfiehlt sich für Balkontomaten nicht
  • alle zwei bis drei Wochen bis zum ersten Fruchtansatz düngen
  • wird davor zu viel gedüngt, ist es kontraproduktiv
  • da das stärkere Wachstum den Fruchtansatz und die Fruchtreife unterdrückt
  • danach wöchentlich düngen

Gießen

  • das Wasser sollte lauwarm sowie kalkfrei sein
  • am besten in den frühen Morgenstunden gießen
  • oder abends, wenn die Sonne nicht mehr so stark scheint
  • bei trockenem Wetter oder sehr viel Sonne zusätzlich gießen
  • die Wurzelballen sollten immer feucht sein
  • bei unregelmäßigem Gießen können die Früchte platzen
  • beim Bewässern müssen die Blätter trocken bleiben
  • Wasserkugeln sowie Bewässerungssysteme bieten sich an

Ausgeizen

Tomaten ausgeizenBei den meisten Sorten der Balkontomaten handelt es sich um Busch- oder Wildtomaten. Diese haben den Vorteil, dass sie nicht ausgegeizt werden müssen. Wer sich dennoch zum Ausgeizen entschließt, sollte dabei Folgendes beachten:

  • frische Geiztriebe mit den Fingern abknipsen
  • festere Geiztriebe sanft zur Seite knicken
  • damit sie an der Sollbruchstelle brechen
  • ältere Seitentriebe abschneiden
  • Triebe niemals ausreißen
  • nicht über der Blütendolde schneiden

Die Tomatenernte

Tragen die Tomatenpflanzen viele Früchte, steht für den Hobbygärtner der wohl aufregendste Moment, nämlich die Ernte, bevor. Wann der richtige Zeitpunkt zum Ernten ist, lässt sich an den Früchten erkennen:

  • sie sind nicht mehr grün
  • sondern je nach Sorte rot oder gelb
  • die Haut der Früchte ist etwas weicher
  • sie lassen sich leicht lösen

Weisen die Früchte diese Merkmale auf, sind sie reif und können geerntet werden. Beim Ernten ist jedoch unbedingt darauf zu achten, dass die Fruchthaube nicht beschädigt wird.

Welche Tomatensorte darf es sein?

Es gibt zahlreiche verschiedene Balkontomaten, welche sich vor allem durch ihr Erscheinungsbild und den Geschmack der Früchte unterscheiden. Für Hobbygärtner, die ihre Tomaten auf dem Balkon pflanzen, spielt oftmals auch der verfügbare Platz eine entscheidende Rolle. Je nachdem wie viel Raum zur Verfügung steht, bieten sich unterschiedliche Sorten für den Anbau an.

Ampeltomaten

Tomaten zum richtigen Zeitpunkt setzenEs gibt viele Balkontomaten, die gerne hängend wachsen. Diese lassen sich einfach in eine Hängeampel einpflanzen und auf den Balkon hängen. Ampeltomaten sind nicht nur platzsparend, sondern zudem äußerst dekorativ. Zusätzlich fällt bei diesen Sorten der Aufwand für die Pflege wesentlich geringer aus, da das Ausgeizen sowie das Stützen nicht zwanghaft nötig ist. Zu den beliebtesten Sorten zählen:

Tumbling Tom Red

Diese Sorte ist speziell für den Anbau in Hängeampeln und Balkonkästen gezüchtet worden. Sie bevorzugt eine nährstoffreiche sowie humose und lockere Erde. Der optimale Standort für die Hängetomate sollte warm, windgeschützt als auch sonnig sein. Die Tomatenpflanze Tumbling Tom Red zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Aussaatzeit ist von Februar bis April
  • loser Samen
  • Wuchshöhe etwa 30 cm
  • Fruchtgröße etwa 4-6 cm
  • verzweigt sich kräftig
  • trägt zahlreiche Früchte
  • diese schmecken süßlich
  • Erntezeit ist von Juli bis Oktober

Für ein besonders dekoratives Erscheinungsbild bietet sich der Anbau von der Tumbling Tom Red gemeinsam mit der Tumbling Tom Yellow an. Letztere unterscheidet sich lediglich von der Farbe der Früchte, denn sie trägt gelbe Tomaten.

Losetto

Diese Buschtomate eignet sich sowohl für Ampeln als auch für Balkonkästen. Sie zeichnet sich durch ihre Robustheit aus, denn sie ist resistent gegenüber der Kraut- und Braunfäule. Zu ihren Merkmalen zählen:

  • Aussaat von Februar bis April
  • Wuchshöhe etwa 30 cm
  • kräftiger Wuchs
  • rote runde Tomaten
  • diese haben einen intensiven süßlichen Geschmack
  • Ernte ab Juli bis Oktober

Bajaja

Diese Sorte lässt sich ebenfalls ideal in Ampeln oder Balkonkästen anbauen. Sie besticht vor allem durch ihre äußerst ertragreiche Ernte, denn die Bajaja kann bis zu 700 Früchte pro Pflanze tragen. Zusätzlich zeichnet sich diese Tomatensorte durch Folgendes aus:

  • Wuchshöhe etwa 35 cm
  • Früchte wiegen etwa 8-10 Gramm
  • Tomaten sind süß und saftig
  • Samen werden ab März gesät
  • Ernte ab Juli bis Oktober

Balkontomaten im Topf oder Kübel

Tomaten PyramideHöher wachsende sowie buschigere Balkontomaten, lassen sich ideal in einen Topf oder Kübel pflanzen. Im Gegensatz zu den hängenden Tomatensorten, müssen diese gegebenenfalls gestützt oder ausgegeizt werden. Zu den beliebtesten Sorten zählen:

Primabell

Diese Zwergtomate zeichnet sich besonders durch ihren kompakten Wuchs sowie die ertragreiche Ernte aus. Die Sorte kann pro Pflanze zwischen 60-80 Früchte tragen und hat zusätzlich folgende Eigenschaften:

  • Wuchshöhe etwa 25-35 cm
  • aromatische Früchte
  • diese haben einen Durchmesser von etwa 2,5 cm
  • Erntezeit Juli bis Oktober
  • eignet sich für Balkonkasten und Pflanzenkübel

Balconi Red

Diese Buschtomate eignet sich ideal für den Anbau in Kübel und Blumenkästen, als auch für Hängeampeln. Sie hat ein besonders dekoratives Erscheinungsbild und besticht zudem durch den geringen Pflegeaufwand. Zusätzlich hat sie folgende Merkmale:

  • Wuchshöhe etwa 30 cm
  • rote süße Tomaten
  • Gewicht der Früchte etwa 15 Gramm
  • Aussaat Februar bis April
  • Erntezeit Juli bis Oktober

Extreme Bush

Wie der Name schon verrät, handelt es sich hierbei um eine Buschtomate, welche sich für den Anbau im Kübel eignet. Trotz der relativ geringen Größe der Pflanze, bringt sie äußerst große Früchte hervor. Weitere Merkmale dieser Sorte sind:

  • Wuchshöhe etwa 1 Meter
  • große rotorangene Früchte
  • die Früchte sind eher flach geformt und leicht gerippt
  • sie sind sehr süß und saftig
  • und reifen schon sehr früh
  • Rankhilfe ist eventuell erforderlich

Rotkäppchen

Diese Buschtomate besticht besonders durch ihren kompakten Wuchs und eignet sich daher ideal für den Anbau in Töpfen oder Kübeln. Das Ausgeizen dieser Sorte ist zwar nicht unbedingt erforderlich, aber dennoch ratsam. Diese Tomatensorte weist folgende Merkmale auf:

  • Wuchshöhe etwa 55 cm
  • Fruchtgewicht etwa 50 Gramm
  • rote runde Früchte
  • diese sind saftig und süß
  • Erntezeit Juni bis Oktober
  • Aussaat Jänner bis März

Hängende Tomaten Buschtomaten

Die Vorteile von Ampeltomaten sprechen für sich: Neben der Platzersparnis spricht besonders das dekorative Erscheinungsbild für den Anbau von Hängetomaten. Mit einfachen Handgriffen lassen sich die handelsüblichen Buschtomaten zu hängenden Tomaten umfunktionieren:

  • Eimer mit Metallbügel erforderlich
  • in diesen eine etwa 5 cm große Bodenöffnung bohren
  • anschließend eine Kokosmatte zu einer Scheibe schneiden
  • diese sollte einen Durchmesser von etwa 15 cm haben
  • sowie einen Schlitz bis zur Mitte
  • die Kokosmatte hält die Pflanze im Eimer fest
  • nun die Wurzeln von unten durch das Bodenloch stecken
  • danach Eimer umdrehen
  • den Wurzelhals in den Schlitz schieben
  • danach gießen
  • und mit einem stabilen Haken aufhängen

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