Home Tomatenanbau Tomaten keimen, doch die Keimblätter werden gelb – was tun?

Tomaten keimen, doch die Keimblätter werden gelb – was tun?

von Marc
gelbe Blätter bei Tomate mit Blüte

Tomaten lassen sich fast überall anbauen: an einem sonnigen Plätzchen im Garten, in einem Topf auf dem Balkon oder der Terrasse, ja sogar auf der Fensterbank. Allerdings sind die Pflanzen sehr anfällig gegen Pflegefehler, Krankheiten und ein Befall mit Schädlingen sind häufige Folgen. Färben sich schon bei jungen Pflanzen die Blätter gelb, so stimmt etwas ganz Grundsätzliches nicht. Eine gründliche Ursachensuche und schnelles Handeln sind nun vonnöten, denn nur gesunde Pflanzen fruchten ordentlich.

Keimblätter fallen irgendwann ab

Bei Temperaturen zwischen 18 und 24 °C keimen Tomatensamen in der Regel schon nach fünf Tagen, wobei manche Sorten bis zu zwei oder sogar drei Wochen brauchen. Als erstes erscheinen die beiden ovalen Keimblätter, wobei es sich jedoch noch nicht um richtiges Laub handelt. Zeigt sich das erste Paar echter Blätter, ist es an der Zeit, die Keimlinge zu pikieren. Kultivieren Sie die vereinzelten Sämlinge an einem hellen, jedoch nicht direkt sonnigen Platz im Haus weiter. Temperaturen zwischen 16 und 18 °C sind nun ideal, wobei es nachts gern kühler sein darf. Nach einiger Zeit werden die beiden zuerst erschienenen Keimblätter vergilben und abfallen. Dieser Vorgang ist normal und kein Grund zur Sorge, sofern die Pflanze ansonsten gesund aussieht.

Vielfältige Ursachen

– gelbe Blätter an jungen Tomaten –

Werden die Keimblätter gelb und fallen ab, so handelt es sich um einen normalen physiologischen Vorgang. Dennoch können junge Tomaten schon kurz nach dem Keimen krank werden, wofür sehr unterschiedliche Ursachen in Frage kommen. Um den Pflanzen zu helfen, sollten Sie also keine voreiligen Handlungen vornehmen, sondern sich zunächst die Zeit für eine sorgfältige Ursachensuche nehmen. Werden die Tomatenblätter gelb, so können folgende Gründe dahinterstecken:

  • zu viel oder zu wenig Licht
  • zu viel oder zu wenig Wasser
  • Luftfeuchtigkeit ist zu hoch
  • zu kalt oder zu warm, starke Temperaturwechsel
  • Krankheitserreger (Pilze, Viren oder Bakterien)
  • Schädlingsbefall

Tomatenpflanze auf FensterstockFärben sich die Keimblätter oder die ersten richtigen Blätter schon beim Keimen gelb, so ist oft mit Pilzen oder Bakterien infiziertes Substrat die Ursache. In diesem Fall hilft nur ein sofortiges Umtopfen in frisches, desinfiziertes Substrat. Ohnehin sollten Sie jegliche Anzuchterde (auch frisch gekaufte!) vor der Verwendung in der Mikrowelle oder im Backofen desinfizieren. Das zehnminütige Erhitzen tötet Krankheitserreger zuverlässig ab.

Licht und Temperatur

Wenn Tomatenpflanzen keimen, brauchen sie konstante Temperaturen. Plötzliche oder stetig wechselnde Schwankungen führen dazu, dass sich die Blätter gelb färben und die Pflanze allgemein Wachstumsschwächen zeigt. Beträgt die optimale Temperatur vor dem Keimen rund 20 °C, sollten Sie sie langsam auf 16 bis 18 °C senken sobald die Keimblätter sich entwickelt haben. Der optimale Standort für die jungen Tomaten ist hell, aber nicht sonnig. Pralle Sonne kann den empfindlichen Jungpflanzen Verbrennungen an den Blättern verursachen. Des Weiteren dürfen Sämlinge nicht in Zugluft stehen.

Säen Sie die Tomatensamen nicht zu früh aus, denn so zeitig im Jahr ist das Lichtangebot für die lichthungrigen Pflanzen noch zu gering. Die Folge sind gelb gefärbte Blätter und lang gestreckte Sämlinge. In kühleren Regionen beginnen Sie am besten sechs bis acht Wochen vor den vermutlich letzten Frösten mit der Aussaat. In der Regel ist dies zwischen Anfang und Ende März der Fall.


Wasser und Feuchtigkeit

Eine alte Gärtnerweisheit besagt, dass Tomatenpflanzen “unten nass und oben trocken” stehen müssen. Dies bedeutet: Die Pflanzen brauchen ein frisches Substrat, was nicht austrocknen sollte, dürfen aber keine nassen Blätter und Blüten bekommen. Allerdings bedeutet dies nicht, dass Sie die Pflanzerde stets nass halten sollten, denn Staunässe führt schnell zu Fäulnis und ist somit tödlich. Achten Sie schon beim Keimen der Samen darauf, dass das Substrat nur leicht angefeuchtet wird. Bestenfalls besprühen Sie es lediglich mit feinem Nebel aus einer Sprühflasche. Sobald sich die Keimblätter zeigen, können Sie zur Gießkanne greifen und die junge Pflanze von unten gießen – jedoch nur wenig!

Nährstoffmangel

Ein Nährstoffmangel ist bei jungen Tomatenpflanzen kurz nach dem Keimen keine Ursache für gelbe Blätter, ganz im Gegenteil: Verwenden Sie für die Anzucht nährstoffarme Aussaaterde, denn normales Kultursubstrat hat einen zu hohen Nährstoffgehalt. Dieser kann sogar die Keimung hemmen. Erst nachdem sich das erste richtige Blattpaar entwickelt hat – dies kommt erst nach den Keimblättern! – brauchen die Tomatenpflanzen für ein gesundes Wachstum mehr Nährstoffe und sollten daher in frisches Substrat umgetopft werden.

Tomatenpflanzen auf dem BalkonBei dieser Gelegenheit pikieren Sie die Pflanzen zugleich, d. h. Sie vereinzeln sie und sorgen so dafür, dass jedes Pflänzchen genug Platz und Licht zum Wachsen hat. Zu eng stehende Tomatenkonkurrieren gegenseitig um Wasser, Licht und Nährstoffe, was die Pflanzen unnötig stresst und wiederum das Wachstum sowie die spätere Ausbildung von Blüten und Früchten negativ beeinflusst. Dieser Stress sowie der daraus resultierende Mangel macht sich zunächst häufig an vergilbenden Blättern bemerkbar.

Fehlende Abhärtung

Eine fehlende Abhärtung hat einen Temperaturschock zur Folge, oft kann es den jungen Pflanzen auch einfach zu kalt geworden sein und sie reagieren darauf mit gelben Blättern. Tomaten können Sie auspflanzen, sobald die Gefahr von Spätfrösten vorüber ist. In einer geschützten Umgebung gezogene Jungpflanzen dürfen allerdings nicht sofort umgesetzt werden, sondern müssen sich erst noch an die Bedingungen im Freiland gewöhnen.
In der Phase des Abhärtens passen sich die jungen Tomaten an Wind, Sonne und wechselnde Temperaturen im Freien an. Stellen Sie sie am ersten Tag für eine Stunde nach draußen, am zweiten Tag für zwei Stunden und immer so weiter, bis Sie den Aufenthalt im Freien auf fünf oder sechs Stunden verlängert haben. Setzen Sie die Pflanzen dabei nicht dem Wind oder der prallen Sonne aus. In einem Frühbeet oder einem Folientunnel gewöhnen sich die Tomaten am leichtesten an die neuen Standortbedingungen.

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