Home Welt der Tomaten Warum schmecken Tomaten manchmal nach Fisch? | Geschmacksfragen

Warum schmecken Tomaten manchmal nach Fisch? | Geschmacksfragen

von Marc
Tomate schmeckt nach Fisch

Tomaten gibt es nicht nur in unterschiedlichen Farben, sondern auch in den unterschiedlichsten Geschmackvariationen: Von süßlich und mild bis hin zu kräftig würzig. Und in einigen Fällen schmecken die roten Früchte sogar nach Fisch. Im Internet finden sich zahlreiche mögliche Ursachen für dieses Phänomen, auf die wir in diesem Artikel näher eingehen.

Aquaponik

Wer sich fragt, warum Tomaten möglicherweise nach Fisch schmecken, wird früher oder später auf die sogenannte “Aquaponik” stoßen. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, das zum einen die Fischzucht mit der Kultivierung von Nutzpflanzen verbindet. In der Regel werden für die Aquaponik Barsche zeitgleich mit Gemüse gezüchtet und das Fischwasser weiter zu den Pflanzen geleitet. Zuvor wird es jedoch gereinigt, indem es zweierlei Filter durchläuft:

  • Filter für feste Stoffe (z.B.: Ausscheidungen)
  • im Wasser bleibt Ammonium
  • Biofilter: Ammonium wird zu Nitrat umgewandelt
  • Umwandlung mit Hilfe von Mikroorganismen

Nachdem das Wasser gereinigt wurde, wird es zu den Nutzpflanzen weitergeleitet. Diese profitieren wiederum von dem enthaltenen Nitrat, das als Düngemittel fungiert. Die Pflanzen nehmen das Wasser und die darin enthaltenen Nährstoffe auf und scheiden den Rest in Form von Wasserdampf über die Blätter aus. Dieser wird wiederum kondensiert und zurück in die Fischtanks geleitet. Es ist daher durchaus naheliegend, dass das Fischwasser den Tomaten einen fischigen Geschmack verleiht, allerdings ist diese These bis dato nicht bestätigt. Anders verhält es sich hingegen mit den zahlreichen Vorteilen der Aquaponik, denn diese sprechen für sich:

  • nachhaltig
  • geringerer Wasserverbrauch
  • keine künstlichen Dünger
  • “win win” für Fische und Pflanzen

Psychologische Wahrnehmung

Tomatenpflanzen abhärtenEs ist bekannt, dass sich die Geschmacksnerven auf der Zunge befinden. Doch nicht nur der Mund ist beim Essen entscheidend für den Geschmack, denn auch andere Sinne können den Geschmack beeinflussen. Ein schön serviertes Gericht wird oftmals als besser schmeckend wahrgenommen, als ein dahin geklatschtes Stück Fleisch – das Auge “isst also auch mit”. Ebenso verhält es sich mit dem Geruch aber auch der Konsistenz von Lebensmitteln, die den Geschmack ebenfalls beeinflussen können. Doch auch die psychologischen Mechanismen der Nahrungswahrnehmung spielen eine bedeutende Rolle. Der fischige Geschmack von Tomaten könnte sich demnach wie folgt erklären lassen:

  • vor dem Essen findet ein Gespräch statt
  • man spricht unter anderem über Fische
  • es gibt Tomaten
  • Hirn verknüpft Gespräch mit Tomaten
  • Tomaten können als fischig wahrgenommen werden

Falsche Lagerung

Die fachgerechte Lagerung von Tomaten ist nicht nur essenziell für deren Haltbarkeit, sondern auch für deren Geschmack. Tomaten werden am besten bei etwa 12 bis 16 Grad gelagert, wobei der Standort möglichst luftig sowie dunkel und ohne direktes Sonnenlicht sein sollte. Ebenso wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Unter diesen Voraussetzungen behalten die Tomaten nicht nur ihren Geschmack, sondern auch ihre Vitamine und bleiben zudem lange haltbar. Werden die Früchte hingegen falsch gelagert, wie beispielsweise im Kühlschrank, können sich die geschmacksgebenden Enzyme verändern. Der Geschmack von Tomaten wird somit auch durch Veränderungen der Atmosphäre beeinflusst:

  • zu kalt
  • zu warm
  • stickig
  • zu feucht

Durch die Veränderung der geschmacksgebenden Enzyme kann es durchaus vorkommen, dass Tomaten fade oder eben nach Fisch schmecken. Ebenso kann eine gemeinsame Lagerung von Tomaten und Fisch für dieses “Geschmackserlebnis” sorgen. Es ist daher ratsam, die roten Früchte nicht gemeinsam mit Fisch zu lagern.

Übrigens: Tomaten sollte man ohnehin isoliert aufbewahren. Denn die Vitaminkugeln enthalten das Reifegas Ethylen, welches sowohl den eigenen Reife- und Verfaulungsprozess beschleunigt als auch den von benachbartem Obst und Gemüse.

Andere kuriose Tomatengeschmäcker

Tomaten PyramideNicht nur Fischgeschmack ist unter Tomatenliebhabern bekannt, denn es gibt zahlreiche weitere Geschmackskuriositäten. Wie diese (meist unerwünschten) Geschmäcker und Aromen zustande kommen und wie sich diese beheben und vermeiden lassen, finden Sie in der nachstehenden Übersicht:


Tomaten schmecken nach Metall

Manchmal haben Tomaten einen leichten, metallischen Geschmack. Betroffen sind hiervon vor allem Fertigprodukte in Dosen, wie zerkleinerte Tomaten und Tomatensoße. Allerdings kann dieser unerwünschte Geschmack auch beim Kochen zustande kommen: Zum einen durch das Überkochen von Tomaten und zum anderen durch die Verwendung von metallischen Töpfen und Pfannen. Der Metallgeschmack lässt sich jedoch wie folgt vorbeugen:

  • Tomatenprodukte in Dosen nur von hochwertigen Herstellern kaufen
  • alternativ die Früchte selbst zerkleinern / zubereiten
  • Töpfe und Pfannen aus nicht-reaktiven Materialen
  • beispielsweise: Edelstahl, Keramik

Hinweis: Vor allem Aluminium, Kupfer und Gusseisen reagieren mit sauren Lebensmitteln wie Tomaten.

Tomaten schmecken nach Fleisch/Blut

Einige Menschen können rohe Tomaten nicht essen, ohne dabei Blut zu schmecken. Klingt kurios, ist aber laut dem Autor Harold McGee auf eine wissenschaftliche Ursache zurückzuführen. Denn Tomaten enthalten eine große Menge an Glutaminsäure und aromatischen Schwefelverbindungen, welche in Fleisch häufiger vorkommen als in Obst und Gemüse. Der Geruch dieser Stoffe wird von einigen Menschen mit Fleisch assoziiert, weshalb die Tomaten für sie durchaus nach Fleisch/Blut schmecken können.

Hinweis: Dieses Phänomen tritt bei gekochten Tomaten seltener auf als bei frischen, rohen Exemplaren.

Tomaten riechen nach Schwefel

Es kann durchaus vorkommen, dass im Handel angebotene Tomaten nach Schwefel riechen. Die Ursache hierfür lässt sich auf die eingesetzten Spritzmitteln zurückführen. Vor allem Gemüse und Obst aus biologischer Landwirtschaft wird mit (Bio-) Spritzmitteln bearbeitet, die auf Schwefel und/oder Kupfer beruhen. Um sicherzugehen, dass sich keinerlei Pestizidrückstände auf den Früchten befinden, sollten diese vor dem Verzehr bzw. vor der Weiterverarbeitung immer gründlich gewaschen werden!

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