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Tomaten trocknen: einfach zu Hause haltbar machen

von Marc
getrocknete Tomaten

Selbst angebaute Tomaten aus dem eigenen Garten sind zeitnah zu verzehren, da sie sich nicht lange halten. Der herrliche Genuss lässt sich jedoch mithilfe weniger Tricks um einige Monate verlängern. Zudem erhöht sich die Konzentration wichtiger Nährstoffe aufgrund des Wasserentzugs um ein Vielfaches. In einem Glas mit Trockentomaten stecken Vital- und Mineralstoffe von rund zwanzig vollreifen Tomaten.Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, frisch geerntete Tomaten einfach zu Hause in der Sonne, im Backofen oder Dörrautomaten zu trocknen.

Warum Tomaten trocknen?

Das Dörren ist gleichzusetzen mit der Dehydrierung. Dank kontinuierlicher Wärmezufuhr in Kombination mit Luftzirkulation kann Früchten und Gemüse Flüssigkeit entzogen werden. Dadurch wird die Angriffsfläche für potenzielle Schädlinge der frischen Tomate entzogen und die Trockenfrüchte werden länger haltbar. Frische Tomatenfrüchte verderben hauptsächlich aufgrund von Bakterien oder Schimmelpilzen.

Hinweis: Die Restfeuchtigkeit in getrockneten Tomaten beträgt rund zehn bis fünfzehn Prozent.

In unseren Gefilden kommt ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil hinzu. So ist aufgrund klimatischer Rahmenbedingungen die Zeit der Tomatenernte auf wenige Monate des Jahres begrenzt. Durch den hohen Pro-Kopf-Konsum werden in Deutschland erhältliche Tomatensorten vor allem zwischen Oktober und April importiert. Die noch grün geernteten Tomatenfrüchte weisen ein sehr geringes Nährstoffpotenzial auf. Auch das Geschmackserlebnis lässt zu wünschen übrig.

Es liegt der Wunsch nahe, selbst geerntete Früchte länger haltbar zu machen. Dörren bietet hierbei ungeahnte Chancen. Die Tomate besteht zu rund 95 Prozent aus Wasser. Durch das Dörren konzentrieren sich herrliche Aromastoffe. Bei der schonenden Trocknung im Backofen oder Dörrautomaten beziehungsweise beim Lufttrocknen bleiben zudem wichtige Vitalstoffe erhalten. Auf vielfältige Art und Weise kommen die roten runden Nährstofflieferanten über die Wintermonate bis tief in den Frühling zum Einsatz.

Im Gegensatz zu industriell gedörrten Lebensmitteln haben Tomatenliebhaber beim selber Trocknen die Möglichkeit, von einem einzigartigen Geschmackserlebnis zu profitieren. Der Unterschied lässt sich hierbei nicht nur anhand des stärker ausgeprägten Aromas erkennen, sondern spiegelt sich in der gesamten Lebensmittelqualität wider. Letzteres beruht vorrangig auf der Möglichkeit, den gesamten Dörrprozess selbst zu überwachen.

Tipp: Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus die Freude beim Dörren selbst. Beim Genuss eigener Trockentomaten kommen hier noch herrliche Erinnerungen an vergangene Sommermonate hinzu.

Tomaten trocknen an der frischen Luft

Tomaten schneidenBereits unsere Vorfahren trockneten heimische Früchte und Gemüsesorten im Mittelalter im Freien. Wertvolle Dienste leistet hierbei die Sonne des Hochsommers. Die selbst gezogene Tomate wird hierzu gewaschen und zerteilt. Schälen ist dank Sonne bei dieser Methode nicht notwendig.

Getrocknet werden voll ausgereifte Tomatenfrüchte, die keine Anzeichen von schimmeligen oder faulen Stellen aufweisen.
Mit der Schnittstelle nach unten platzieren Hobbygärtner ihre Ernte auf einem Gitterrost. Zum Schutz vor hungrigen Schädlingen oder Vögeln ist es ratsam, ein schützendes Netz über dem Rost auszubreiten.
Der Gitterrost ist an einem Ort mit folgenden Eigenschaften zu platzieren:


  • sehr warm
  • leicht erhöht
  • gute Luftzirkulation

Tomaten lufttrocknenDer gesamte Trockenprozess nimmt circa drei Tage in Anspruch. Währenddessen sind die Tomaten mindestens fünf Mal täglich zu drehen. Vorzugsweise trocknen die roten Früchte nachtsüber in einem gut durchlüfteten Raum. Dies gilt auch bei Regenschauern.

Sobald aus bei leichtem Druck keine Flüssigkeit austritt, ist die Trocknung beendet. Die Tomatenstücke sollten sich biegen lassen und gummiartige Eigenschaften aufweisen.

Tipp: Unabhängig von der Methodenwahl lassen sich kleine Früchte nicht trocknen. So gibt es auch bei kleinfruchtigen Tomatensorten keine Möglichkeit, den Grad der erfolgten Entwässerung im Tomateninneren festzustellen.

getrocknete TomateNotwendige Utensilien zum Lufttrocknen in der Sonne

  • Parier- und/oder Küchenmesser
  • Papierküchentücher
  • Korb oder Tablett mit Gitterboden oder Netz aus Nylon
  • kleinmaschiges Schutzgitter oder Käseleinen
  • Beton- oder Holzblock zur leichten Erhöhung

Dörrautomat

– Tomaten trocknen für Eilige –

Nach der Ernte lassen sich die roten Liebesäpfel relativ schnell im Dörrgerät trocknen. Der Automat besteht aus mehreren Siebböden sowie aus einer Heizung inklusive Umluftfunktion.

Tipp: Bewährt haben sich Dörrautomaten mit Temperaturregler und Zeitschaltuhr.

Vorbereitung: Tomatenfrüchte

Im ersten Schritt Früchte unter lauwarmen Wasser waschen und die Schale kreuzförmig anzuritzen. Zum Einsatz kommen sollte ein scharfes Küchenmesser. Danach Tomate für circa 30 Sekunden in kochendes Wasser eintauchen und anschließend mit Eiswasser abzuschrecken. Die Schale beginnt sich zu lösen und kann mit bloßen Fingern abgezogen werden.
Abschließend ist der helle Stielansatz herauszuschneiden.

Empfohlene Vorgehensweise:

  • mittelgroße Tomate vierteln (Pflaumen- oder Romatomaten)
  • kleine Früchte halbieren (Cocktailtomaten, Kirschtomaten)
  • große Exemplare in circa fünf bis sechs Millimeter dicke Scheiben zerlegen (Fleischtomate)
  • bei Bedarf Tomatensamen auslöffeln

Hinweis: Es dürfen nur vollreife Früchte ohne grüne Stellen zum Trocknen genutzt werden.

Werden Tomatensamen vor dem Trocknungsprozess entfernt, sollten diese nicht unbedingt auf dem Kompost entsorgt werden. Bei samenfesten Sorten können wertvolle Samen für die nächste Aussaat gewonnen werden. Hierzu weicht das Fleisch zwei Tage lang unter Ausschluss der Luft in Wasser. Danach lassen sich die Samen einfach separieren. Im Schatten getrocknet warten sie an einem dunklen Ort im Schraubglas auf die nächste Tomatensaison.

Vorbereitung: Dörrautomat

Bevor die Tomatenstücke selbst in den Automaten kommen, empfiehlt es sich die Siebgitter mit etwas Olivenöl einzupinseln. Darauf werden die Früchte platziert. Ein Abstand von circa einem Zentimeter ist sinnvoll.
Je nach Geschmack die Früchte abschließend bestreuen mit:

  • Meersalz
  • Pfeffer (gemahlener Schwarzer Pfeffer)
  • frische, gehackte Kräuter (Oregano, Majoran, Thymian, Petersilie, Schnittlauch)
  • Knoblauchpulver
  • Zwiebelpulver

Bei einer Trockentemperatur zwischen 55 und 75 Grad verbringen die Fruchtstücke circa acht bis zwölf Stunden im Dörrautomaten. Abgeschlossen ist der Vorgang, wenn die Früchte eine gummiartige Konsistenz annehmen. Sind einige Tomatenstücke bereits frühzeitig fertig, empfiehlt es sich, diese bereits herauszunehmen. Im anderen Fall besteht die Gefahr, dass diese verbrennen.

Tipp: Während des Trockenprozesses im Dörrgerät empfiehlt es sich, den Fortschritt mindestens einmal pro Stunde zu kontrollieren.

Auf einen Blick:

  • Dörrautomat vorheizen (55 bis 60 Grad Celsius), wenn Thermostat vorhanden
  • nicht vorheizen wenn nur An/Aus Schalter
  • bei fehlendem Thermostat Temperatur mit Küchenthermometer beobachten
  • circa 2,5 bis 5 Zentimeter Platz zwischen den Gittern zur Luftzirkulation

Tipp:
Zur Temperaturkontrolle Küchenthermometer auf unterstem Träger platzieren.

Notwendige Utensilien

  • Dörrautomat
  • Parier- oder Küchenmesser
  • Papierküchentücher
  • Körbe oder Träger für Dörrautomaten
  • Trennfett (Olivenöl)

Vorteil Dörrautomat

Beim Dörren handelt es sich um die gesündeste Methode, Lebensmittel für lange Zeit haltbar zu machen. Mithilfe niedriger Temperaturen werden nicht nur Hitzeschäden bei Tomaten vermieden. Vielmehr bleiben wichtige Vitalstoffe erhalten:

  • Enzyme
  • Mineralien
  • Vitamine

Darüber hinaus bekommen selbst getrocknete Tomaten ein sehr intensives Aroma. Ein Großteil der Tomatenliebhaber verzichtet darauf, das Tomatenmark mit den Samenkörnern vor dem Trocknen zu entfernen. Begründet wird dies damit, dass das umliegende Pflanzengewebe zahlreiche Aromastoffe enthält. Diese verleihen Tomaten beim Lufttrocknen als auch bei der Nutzung vom Dörrautomaten oder Backofen besondere, sehr aromatische Eigenschaften.

Merke: Aus 1,2 bis 1,8 Kilogramm frischen, geschnittenen Tomaten entstehen circa 350 Gramm Dörrtomaten.

Tomaten trocknen im Backofen

Sollt kein Dörrautomat zur Hand sein, ermöglicht auch der E- oder Gasherd wunderbare Ergebnisse. Dieser ist auf 220 Grad Celsius vorzuheizen. Danach werden die vorbereiteten Tomatenfrüchte für ein paar Minuten angeröstet. Auch für diesen Vorgang sind die Früchte im Vorfeld vorzubereiten. Wie oben beschrieben wird der Stielansatz komplett entfernt. Das Schälen ist hierbei nicht notwendig.

Tipp: Backbleche mit hohem Rand sind zu bevorzugen, da während des Trocknens Saft aus den Tomaten austritt. Alle 30 Minuten sollte dieser abgegossen werden.

Nach dem Einfetten des Backblechs werden die Stücke im Abstand von circa einem Zentimeter aufgebracht. Auf Wunsch sind die Tomaten mit verschiedenen Gewürzen zu verfeinern. Ein herrliches Aroma verleiht Olivenöl den Tomatenstücken. Hierzu sind diese vor dem Trockenprozess einzupinseln.

Tipp: Anstelle von Olivenöl als Trennfett trocknen Tomatenstücke im Backofen auch hervorragend auf Pergament- oder Backpapier. Der Vorteil hierbei ist, dass die Reinigung im Anschluss daran schnell geht.

Nun rösten die präparierten Tomatenscheiben eine halbe Stunde lang bei 220 Grad Celsius im Backofen. Im Anschluss daran sind diese aus dem Ofen zu nehmen. Mithilfe von Messer und Zange lässt sich die Schale einfach entfernen.

Nachdem die Temperatur im Ofen auf 150 Grad reduziert wurde, sind die geschälten Tomatenstücke weiter darin für drei bis vier Stunden zu trocknen. Während dieser Phase ist es wichtig, diese zweimal pro Stunde zu wenden.

Tipp: Das sich auf dem Backblech ansammelnde Wasser wird beim Wenden abgegossen.

Sobald die Trockentomaten etwas ledrig und schrumpelig aussehen, ist der Prozess beendet und sie können aus dem Ofen genommen werden.

Notwendige Utensilien

  • E- oder Gasherd
  • ein bis zwei Backbleche (hoher Rand)
  • Trennfett, Aluminiumfolie oder Pergamentpapier
  • Parier- oder Küchenmesser
  • Zange
  • Papierküchentücher

Trockentomaten richtige aufbewahren

Damit die getrockneten Früchte möglichst lange haltbar bleiben, spielt die richtige Aufbewahrung dieser eine wichtige Rolle. Hierzu hat sich die Nutzung von luftdicht verschließbaren Gläsern bewährt. Sinnvoll ist hierbei die Nutzung von handelsüblichen Schraubverschlussgläsern. Alternativ dazu können auch Einmachgläser mit Gummi und Metallbügel zum Einsatz kommen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Trockentomaten portionsweise einzuschweißen. Auch Plastikbehälter oder gut verschließbare Gefriertüten kommen hierzu infrage.

Tipp: Gläser mit getrocknetem Gemüse sollten grundsätzlich an einem trockenen und dunklen Ort aufbewahrt werden, um dort Trockentomaten über mehrere Monate (sechs bis neun) hinweg lagern zu können. Hierzu eignet sich die kühle Speisekammer oder der Keller.

Alternativ zu oben beschriebenen Möglichkeiten können Trockentomaten in einer Schüssel mit Olivenöl übergossen und mithilfe einer Plastikfolie abgedeckt werden. Im Kühlschrank halten sie auf diese Weise bis zu acht Wochen lang frisch.

Trockene Tomaten verwenden

Zu Verwendung getrockneter Tomatenfrüchte aus dem eigenen Garten stehen zahlreiche Rezepte zur Verfügung. Neben der Zubereitung von Saucen, Suppen oder Pesto Rosso können sie in auch als nährstoffreicher Knabberspaß für Zwischendurch genutzt werden. In verschieden Ölsorten eingelegt, stellen nun die Trockentomaten einen weiteren Höhepunkt für Feinschmecker dar.

Trockentomaten einlegen

Für diese delikate Variante empfiehlt sich die Nutzung eines formschönen Glases mit Schraub- oder Bügelverschluss. Im Wechsel werden Trockentomaten hierein mit Knoblauchscheiben geschichtet.
Jede Lage ist mit Meersalz zu würzen. Abschließend wird die Tomaten-Knoblauch-Mischung mit Olivenöl aufgegossen.

Tipp:  Sollten die Trockentomaten zu hart sein, können sie vor dem Einweichen kurz mit kochend heißem Wasser übergossen werden. Das macht sie wieder weich. Für den einen oder anderen Genießer sind sie dadurch besser zu kauen.
Feinschmecker können dieses Rezept mit Trockentomaten um weitere Kräuter wie beispielsweise Schnittlauch oder Petersilie erweitern. Auch Frühlingszwiebeln oder Kräuter der Provence eignen sich hervorragend für getrocknete Tomatenfrüchte.

Haltbarkeit

Die Haltbarkeit von eingelegten Trockentomaten verlängert sich, wenn die Mischung stets mit Olivenöl luftdicht verschlossen wird. In der mediterranen Küche werden getrocknete Tomatenscheiben vor dem Einlegen in Basilikumblätter gewickelt. Dann nach circa vier Wochen Ruhezeit vereint sich das herrliche Tomatenaroma mit dem italienischen Gewürzkraut.

Rezept: Pesto Rosso

Zutaten:

  • 50 Gramm Trockentomaten
  • 50 Gramm Pinienkerne
  • eine Hand mit gemischten Kräutern (Basilikum und Petersilie oder Giersch)
  • einen Teelöffel Zitronensaft
  • reines Salz
  • gemahlener Schwarzer Pfeffer
  • Öl aus kaltgepressten Oliven

Zubereitung:
Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne geröstet. Die Trockentomaten grob hacken und gemeinsam mit weiteren Zutaten in ein höheres Gefäß gegeben. Mithilfe eines Pürierstabes wird die Mischung zu einer homogenen Masse verarbeitet. Dabei ist so viel hinzuzufügen, bis eine cremige Konsistenz entstanden ist.

Anschließend in ein sauberes Schraubglas gefüllt, hält sich die Pesto Rosso mit Olivenöl bedeckt mehrere Wochen im Kühlschrank.

Tipp: Liebhaber selbst gemachter Pesto können getrocknete Tomaten auch im Tiefkühlfach aufbewahren. Bei Bedarf diese portionsweise herausholen und anschließend verarbeiten. Auf diese Weise lassen sich die roten Energiebälle auch herrlich in Suppen oder Saucen weiterverarbeiten.

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