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Tomaten werden an der Pflanze schrumpelig: was tun?

von Marc
kranke Tomate

Tomaten schrumpeln nicht nur bei falscher und/oder zu langer Lagerung, sondern auch manchmal an der Pflanze selbst. Für das Schrumpeln kommen unterschiedliche Ursachen in Frage, wobei die meisten harmloser Natur sind. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Tomaten an der Pflanze schrumpeln und was Sie dagegen tun können!

Wassermangel

Einer der offensichtlichsten Gründe für schrumpelige Tomaten ist Wassermangel. Tomatenpflanzen benötigen Wasser nicht nur zum Wachsen und Gedeihen, denn auch die Früchte möchten ausgiebig mit Wasser versorgt werden. Immerhin bestehen die Früchte zu stolzen 95 Prozent aus Wasser. Ob die Pflanzen an Wassermangel leiden, lässt sich an den folgenden Symptomen erkennen:

  • Wassermangel zeigt sich zunächst an den Blättern
  • Blätter sind nicht mehr knackig
  • gesamte Pflanze erschlafft
  • Früchte beginnen erst relativ spät zu schrumpeln

Was tun?

Um einen Wassermangel bei Tomaten zu beheben, sollten die Pflanzen umgehend und vor allem ausgiebig gegossen werden. In der Regel stellt sich bereits nach wenigen Tagen eine Besserung ein.

Vorbeugen

Gießen ist wichtigWassermangel lässt sich einfach vorbeugen, indem die Tomaten regelmäßig gegossen werden. Ebenso ist auf eine Gleichmäßigkeit bei der Bewässerung zu achten, denn andernfalls könnten die Pflanzen gestresst werden. Wichtig ist, dass die Pflanze niemals austrocknet! Um zu testen, ob die Tomaten gegossen werden müssen, empfiehlt sich eine Daumenprobe. Ist die Erde trocken, bitte die Tomaten unbedingt bewässern. Zusätzlich sind folgende Faktoren bei der Bewässerung von Tomaten zu beachten:

  • regelmäßig gießen
  • an heißen Tagen mehr gießen
  • nach Regen weniger gießen
  • kleinwüchsige Tomaten benötigen weniger Wasser
  • hochwüchsige Tomaten mehr gießen

Nematoden

Wenn beim Verdacht auf Wassermangel und der entsprechenden Bewässerung eintritt, ist womöglich die Wasseraufnahme gestört. Sehr häufig lässt sich diese Störung auf Nematoden zurückführen. Hierbei handelt es sich um kleine Würmer im Boden, die die Wurzeln angreifen und sowohl die Nährstoff- als auch die Wasseraufnahme verhindern. Neben schrumpeligen Früchten lösen Nematoden zudem folgende Symptome aus:

  • Pflanzbestände wachsen unregelmäßig
  • Kümmerwuchs
  • verminderte Blütenanzahl
  • Deformationen von Wurzeln und Blätter
  • Pflanze verfärbt sich und welkt

Was tun?

Leider gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine Möglichkeit, um Nematoden zu bekämpfen. Umso wichtiger ist es jedoch, deren Population zu verringern und somit eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Hierfür müssen die befallenen Tomaten jedoch leider aus dem Beet entnommen werden, da anschließend wie folgt vorgegangen wird:

  • Pflanzen aus dem Beet entfernen
  • Beet sollte etwa 4 – 5 Monate brach liegen
  • am besten im Sommer
  • Unkraut in dieser Zeit entfernen
  • Fruchtfolge beachten – z.B.: Mais anbauen

Catfacing

Beim Catfacing handelt es sich um eine physiologische Störung, die nicht nur Tomaten, sondern auch Pfirsiche, Äpfel und sogar Trauben betreffen kann. Bei Tomatenpflanzen sind vor allem große Tomatensorten, wie beispielsweise Fleischtomaten, betroffen.


  • Tomaten werden schrumpelig
  • Deformierung der Früchte
  • ähnelt einem Katzengesicht
  • Vernarbungen
  • unvollständige Bestäubung

Tomate platzt aufDas Catfacing kann durch mehrere Faktoren ausgelöst und begünstigt werden, wobei vor allem ungünstige Wachstumsbedingungen als Hauptursache gelten. Insbesondere ein Temperaturabfall vor oder während der Blütezeit kann dieses Phänomen auslösen. Tomaten benötigen während der Reifezeit eine Mindesttemperatur von 15 Grad. Wird diese über mehrere Tage unterschritten, tritt oftmals Catfacing auf.

Begünstigende Faktoren / Auslöser

  • überschüssiger Stickstoff im Boden
  • zu aggressives Ausgeizen
  • Thripsenbefall

Was tun?

Wie bei Catfacing zu Handeln ist, hängt in erster Linie von der Ursache ab. Wenn die Tomaten für mehrere Tage zu niedrigen Temperaturen ausgesetzt waren und die Früchte nun schrumpeln, ist dies nicht weiter schlimm. Die Tomaten sehen zwar unschön aus, können aber durchaus noch verzehrt werden. Bei den anderen möglichen Ursachen muss entsprechend gehandelt werden:

  • Stickstoffüberschuss: auf stickstoffhaltigen Dünger verzichten
  • zu aggressives Ausgeizen: weniger / nicht mehr ausgeizen
  • Thripsenbefall: Blautafeln aufhängen, Pflanze mit Gemisch aus Seifenlauge und Wasser besprühen

Vorbeugen

Catfacing lässt sich relativ leicht und vor allem effektiv vorbeugen, indem gewisse Vorkehrungen getroffen werden. Da sich die Störung in der Regel auf einen Temperaturabfall zurückzuführen ist, gilt es, die Pflanzen fachgerecht vor zu niedrigen Temperaturen zu schützen. Insbesondere für im Freiland kultivierte Tomaten ist dies besonders wichtig, da sie der Witterung zur Gänze ausgeliefert sind. Um die Tomaten vor Catfacing zu schützen, wird am besten wie folgt vorgegangen:

  • Temperatur stets überwachen
  • bei Bedarf Tomaten abdecken, z.B.: mit einem Vlies
  • nicht zu stark ausgeizen
  • nicht zu viel Stickstoff düngen

Kraut- und Braunfäule

TomatenkrankheitSchrumpelige Tomaten können auch ein Anzeichen für einen Pilzbefall sein, wie beispielsweise des Pilzes “Phytophthora infestans”. Dieser löst bei Tomaten die gefürchtete Kraut- und Braunfäule aus, die ganze Tomatenbestände vernichten kann. Es ist daher ratsam, die Tomaten regelmäßig zu kontrollieren, um die Pilzerkrankung möglichst früh erkennen und behandeln zu können. Die Kraut- und Braunfäule äußert sich durch folgende Symptome:

  • welkende Blätter
  • Laub färbt sich grau-grün und stirbt ab
  • weißer Pilzbelag auf Blättern
  • dunkle Flecken auf Stängel
  • Tomaten werden matt
  • harte Stellen auf den Früchten
  • diese beginnen zu schrumpeln
  • Früchte beginnen zu faulen – Fruchtfleisch färbt sich braun
  • Früchte sind ungenießbar!

Was tun?

Ist der Pilzbefall schon weit fortgeschritten und bereits an den Früchten erkennbar, sollten die betroffenen Pflanzen umgehend aus dem Bestand genommen werden. Diese sollten jedoch keinesfalls auf dem Kompost entsorgt werden, da der Pilz problemlos auf den Ernteabfällen überwintern kann. Besser ist es, die betroffenen Pflanzen im Hausmüll zu entsorgen oder zu verbrennen. Hat der Pilz noch nicht die gesamte Pflanze befallen und befindet sich noch im Frühstadium, lohnt sich hingegen ein Bekämpfungsversuch:

  • kupferhaltige Spritzmittel verwenden – z.B.: Cueva Pilzfrei, Celaflor Pilzfrei Saprol N

Hinweis: Einige Spritzmittel sind bienengefährlich, wie beispielsweise Neudorff AF Pilzfrei.

Vorbeugen

Am besten ist es, das Risiko von Pilzerkrankungen möglichst gering zu halten. Dies gelingt bereits durch einfache, aber effektive Vorkehrungsmaßnahmen. Da Feuchtigkeit Pilze meist begünstigt, ist eine fachgerechte Bewässerung essenziell. Hierfür werden die Tomatenpflanzen am besten immer von unten und direkt auf die Wurzeln gegossen. Die Blätter sollten hingegen so gut es geht trocken bleiben. Zusätzlich haben sich folgende Maßnahmen bewährt:

  • Freilandtomaten mit Regenschutz ausstatten – z.B. ein Tomatendach
  •  Gewächshaus regelmäßig lüften
  • regelmäßig ausgeizen und untersten Blätter entfernen
  • ausreichend Pflanzabstand einhalten

Tipp: Es gibt einige Sorten, die resistent gegen die Kraut- und Braunfäule sind. Hierzu zählen unter anderem Phantasia F1, Philovita F1 und Pyros F1.

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