Home Tomatenanbau Tomaten wachsen nicht weiter | So werden sie hoch und groß

Tomaten wachsen nicht weiter | So werden sie hoch und groß

von Marc
Gelbe Tomatenpflanze

Für Hobbygärtner ist es natürlich erstrebenswert, dass die Tomatenpflanzen prächtig wachsen. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass die Pflanzen regelrecht in ihrem Wachstum stehen bleiben. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Von Pflegefehlern bis hin zu Krankheiten ist alles möglich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Ursache für den Wachstumsstopp eruieren und erfolgreich beheben!

Nicht ausreichend abgehärtet

Bevor die Tomaten ihrem Platz im Freiland einnehmen, ist es essenziell, sie auf die neue Umgebung vorzubereiten. Dies gelingt am besten, indem die Jungpflanzen über mehrere Tage langsam abgehärtet werden. Wird diese Pflegemaßnahme weggelassen, können die Jungpflanzen einen Wachstumsschock erleiden und sogar absterben. Um die Pflanzen vorsichtig mit den im Freiland herrschenden Witterungsbedingungen vertraut zu machen, sollten sie daher immer wie folgt abgehärtet werden:

  • frühestens Ende April bis Ende Mai
  • Pflanzen für einige Stunden nach draußen stellen
  • geschützt vor Regen und Wind
  • nicht in die direkte Sonne
  • halbschattiger Standort ist ideal
  • nachts die Pflanzen hinein holen

Hinweis: Das Abhärten empfiehlt sich auch für Tomaten im Gewächshaus!

Zu frühes Auspflanzen

Nachdem die Tomatenpflanzen ausgiebig abgehärtet worden sind, können sie in der Regel in das Freiland gesetzt werden. Der früheste Zeitpunkt hierfür ist grundsätzlich nach den Eisheiligen, allerdings ist dies nur ein Richtwert, da letztendlich die Witterung entscheidend ist. Wenn die Pflanzen zwar nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden, allerdings noch Bodenfrost herrscht, werden die Pflanzen nicht wie gewünscht wachsen. Dies lässt sich jedoch wie folgt vermeiden:

  • Wetterbericht beobachten
  • erst aussetzen, wenn kein Bodenfrost mehr herrscht
  • Boden soll bis in die Wurzelspitzen frostfrei sein
  • Bodentemperatur zwischen 13 – 15 Grad

Schlechter Standort

Tomatenpflanzen im GewächshausDamit Tomaten ausgiebig wachsen und gedeihen, müssen sie an einem perfekten Standort platziert werden. Ganz gleich ob auf dem Balkon oder im Freiland: Tomaten mögen es sehr hell und warm! Werden die Pflanzen jedoch auf einem schattigen und/oder zu kühlen Plätzchen eingesetzt, wirkt sich dies negativ auf ihr Wachstum aus. Ein prächtiges Wachstum der Tomatenpflanzen wird am besten erzielt, wenn sie an einem Plätzchen mit folgenden Eigenschaften eingepflanzt werden:

  • hell und warm
  • viel Sonnenlicht
  • geschützt vor Regen und Wind
  • lockere, nährstoffreiche Erde

Hinweis: Tomaten sind zwar Sonnenliebhaber, können aber durchaus einen Sonnenbrand bekommen! Insbesondere junge Tomatenpflanzen sind sonnenbrandgefährdet und sollten deswegen mit einem Schattenspender geschützt werden.

Schlechte Pflanznachbarn

Bei Mischkulturen in Gemüsebeeten kommt es sehr häufig vor, dass Tomaten ihr Wachstum einstellen. Dies lässt sich meist auf schlechte Pflanznachbarn zurückführen, welche den Tomaten die Nährstoffe aus dem Boden wegschnappen. Nährstoffe sind jedoch essenziell für das Wachstum, weshalb bei Mischkulturen unbedingt auf die Verträglichkeit der einzelnen Pflanzen zu achten ist. Tomaten sollten daher nicht neben Kartoffeln, Auberginen, Zwiebeln und Fenchel angebaut werden. Wer die Tomaten mit anderen Pflanzen kultivieren möchte, sollte lieber auf folgende Exemplare ausweichen:

Geringer Pflanzabstand

Ganz gleich ob im Gemüsebeet oder auf dem Balkon: Tomaten benötigen ausreichend Platz! Andernfalls behindern sich die Pflanzen gegenseitig im Wachstum. Wie viel Platz sie tatsächlich brauchen, ist von der Tomatensorte abhängig. Buschtomaten wachsen eher buschig und in die Breite, wohingegen Stabtomaten sich durch ihr Höhenwachstum auszeichnen. Generell lässt sich jedoch sagen, dass die Pflanzen folgenden Abstand zueinander haben sollten:

  • Abstand in der Reihe etwa 60-70 cm
  • Abstand zwischen den Reihen mindestens 80 cm

Nährstoffmangel

trockene Tomatenblätter entfernenEin ausgiebiges Wachstum wird nur dann sichergestellt, wenn die Tomaten ausreichend Nährstoffe erhalten. Dies gilt sowohl für die Kultur im Freiland als auch für die Kultur im Kübel! Bei Letzterer ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Nährstoffe im Topf oder Kübel begrenzt sind und die Tomaten daher umso mehr auf zusätzliche Nährstoffe angewiesen sind. Insbesondere Stickstoff ist essenziell für ihr Wachstum, weshalb ein Stickstoffmangel häufig der Grund für den Wachstumsstopp ist.


  • Symptome: hellgrünes bis gelbliches Laub, kleine Früchte, Wachstumsstörungen
  • Behandlung: Stickstoff-betont düngen (z.B.: Hornspäne oder -mehl)

Überdüngung

Tomaten mögen zwar regelmäßig gedüngt werden, allerdings nicht im Übermaß! Denn auch beim Düngen kommt es auf die richtige Menge an, weshalb ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt ist. Wird jedoch zu viel gedüngt, kann es zu einer Überdüngung und somit zu einem Nährstoffüberschuss kommen. Dieser lässt die Pflanzen jedoch nicht prächtig wachsen, sondern sorgt oftmals genau für das Gegenteil. Allerdings lässt sich dem Nährstoffüberschuss in der Regel relativ gut entgegenwirken:

Phosphor

  • Phosphat-armen Dünger verwenden
  • auf Knochenmehl und Blaukorn verzichten

Magnesium

  • Kompost einarbeiten
  • Magnesium-arme Dünger verwenden

Kalium

  • ausgiebig bewässern
  • Magnesium-betontes Gesteinsmehl verwenden

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