Home Tomatenanbau Tomaten im Winter in der Wohnung züchten – so ernten Sie ganzjährig

Tomaten im Winter in der Wohnung züchten – so ernten Sie ganzjährig

von Jana
Tomaten im Winter in der Wohnung züchten

Tomaten werden in hiesigen Regionen zumeist einjährig kultiviert, mit etwas Geschick lassen sie sich jedoch überwintern und zum Teil sogar mehrjährig anbauen. Wie Sie die die Tomaten in der Wohnung züchten und ganzjährig ernten, verraten wir Ihnen in diesem Artikel!

Tomatensorten

Welche Tomatensorten eignen sich für den Anbau in der Wohnung?

Im Gegensatz zum Freiland ist in der Wohnung meist weniger Platz vorhanden – dies sollte bei der Wahl der Tomatensorte unbedingt berücksichtigt werden. Während Stabtomaten meist sehr hoch wachsen und dementsprechend mehr Platz benötigen, weisen gewisse Tomatensorten, wie beispielsweise die Cherrytomaten ein kompakteres Wachstum vor. Zudem ist es von Vorteil, auf robuste Sorten wie die Wildtomaten, zurückzugreifen.

Folgende Tomaten haben sich für den Anbau im Innenbereich bewährt:

  • Red Robin
  • Pixie
  • Minibel
  • Tiny Tim
  • Tumbling Tom red
  • Tumbling Tom Yellow

Tomaten zuhause anbauen

Tomaten daheim ziehen

Tomaten in der Wohnung vorziehen

Ist entschieden, welche Tomatensorte angebaut werden soll, gilt es, das passende Saatgut zu erwerben. Dieses kann sowohl im Internet als auch bei diversen Gärtnereien gekauft werden. Beim Saatgut selbst wird zwischen samenfesten Sorten und Hybriden, welche verpflichtend mit der Kennzeichnung F1 versehen sein müssen, unterschieden. Zudem besteht die Möglichkeit, das Saatgut selbst zu gewinnen. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Samen lauten wie folgt.

Samenfestes Saatgut


  • gilt als sortenrein und lasst sich problemlos vermehren
  • die Pflanzen der Nachzucht erhalten dieselben Eigenschaften
  • samenfeste Sorten gelten als robust und widerstandsfähig
  • tragen mitunter weniger Früchte als die Hybriden

F1- Samen

  • Saatgut von Hybridzüchtungen
  • eignet sich nur bedingt für die Nachzucht
  • Hybride haben meist bessere Eigenschaften
  • aber es ist nicht vorhersehbar, welches Erbgut sich durchsetzt

Saatgut gewinnen

  • günstigste Alternative
  • Samen lassen sich schnell und einfach zuhause selbst gewinnen
  • von gekauften Früchten als auch von den Tomatenpflanzen

Anbau-Equipment

Equipment für den Tomatenanbau in der Wohnung

Um die Tomatenpflanzen im Innenbereich anzubauen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Ist ein südseitiges Fenster vorhanden, können die Tomaten grundsätzlich auch auf der Fensterbank angebaut werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Tomaten in einem Minigewächshaus oder in einem beheizten Wintergarten anzubauen. Zudem lassen sich im Winter mit einfachen Mitteln die optimalen Bedingungen für die Tomatenpflanzen schaffen. Das hierfür nötige “Basis-Equipment” gestaltet sich wie folgt.

Tomaten daheim kultivieren

Passende Behälter

Die Tomatenpflanzen lassen sich hervorragend in Kübeln sowie in Töpfen kultivieren. Bei der Wahl des passenden Behälters sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass die Gewächse ausreichend Wurzelraum benötigen. In der Regel bietet ein Gefäß mit einem Fassungsvermögen von etwa 15 Litern den Wurzeln genügend Platz, um ordentlich wachsen zu können. Zudem sollten die Behälter folgende Eigenschaften haben.

  • aus Ton, Holz, Eternit oder Kunststoff
  • mindestens ein Abflussloch, damit das Wasser ablaufen kann
  • Wasserspeichergefäße sollten einen Überlauf haben

Das passende Substrat

Tomatenpflanzen zählen zu den sogenannten Starkzehrern, weshalb sie dementsprechend laufend mit Nährstoffen versorgt werden wollen. Die Basis für diese Versorgung bildet hierbei ein nährstoffreiches Substrat. Hierfür eignet sich am besten hochwertige Pflanzenerde, welche meist viele Mineralstoffe beinhaltet. Des Weiteren sind folgende Kriterien bei der Wahl des Substrats entscheidend.

  • die Erde sollte locker sein
  • reichlich Feuchtigkeit aufnehmen können
  • ausreichend Kalk beinhalten
  • der pH-Wert sollte bei etwa 6,0-7,0 liegen

Der richtige Dünger

Eine nährstoffreiche Erde ist meist nicht ausreichend, um die starkzehrenden Tomaten mit all den wichtigen Nährstoffen zu versorgen, weshalb der Einsatz von Dünger unerlässlich ist. Bei den Düngemitteln wird grundsätzlich zwischen mineralischen und organischen Düngern unterschieden. Für den Anbau in der Wohnung haben sich jedoch die mineralischen Düngemittel bewährt, da diese meist schnell wirken. Folgende Dünger sind für die Kultur im Kübel besonders empfehlenswert.

  • Flüssigdünger
  • Düngestäbchen
  • Drops
  • Blaukorn

frische Tomaten aus eigenem Anbau

Künstliches Licht

Wer die Früchte ganzjährig ernten möchte, steht vor allem in den Wintermonaten vor dem Problem, dass den Tomatenpflanzen zu wenig Licht für die Photosynthese zur Verfügung steht. Um den Lichtmangel in den Wintermonaten auszugleichen, hat sich der Einsatz von Pflanzenlampen bewährt. Bei der Wahl der passenden Lampe gilt es darauf zu achten, dass das Licht im roten sowie im blauen Spektralbereich einfällt. Des Weiteren sollten die Pflanzenleuchten ein ausreichendes Lichtspektrum sowie eine starke Beleuchtungsstärke und Farbwiedergabe vorweisen. Um die Tomaten mit künstlichem Licht zu versorgen, eignen sich unter anderem folgende Lichtquellen.

  • Natrium-Hochdruckdampflampe
  • Leuchtstoffröhre
  • LED-Lampe

Tipp: Um einen optimalen Tag-Nacht-Rhythmus zu simulieren, hat sich der Einsatz von Zeitschaltuhren bewährt.

Bestäubungshilfe

Werden die Tomatenpflanzen im Innenbereich angebaut, fällt die Bestäubung durch den Wind und die Bienen aus. Deshalb muss die Bestäubung vom Menschen manuell unterstützt werden, indem beispielsweise durch sanftes Rütteln der Pflanze die Pollen verteilt werden. Alternativ zu dieser Methode haben sich folgende Hilfsmittel für die Bestäubung bewährt.

  • Ventilator: um den Wind zu simulieren
  • elektrische Zahnbürste: um die Pflanze zu Rütteln, dadurch verteilen sich die Pollen
  • weicher Pinsel: um damit vorsichtig über die Pollensäcke zu streichen

Tomatenpflanzen daheim züchten

Tomatenanzucht in der Wohnung

Der Vorteil beim Anbau in der Wohnung ist, dass die wesentlich früher stattfinden kann, da die Abhängigkeit vom Sonnenlicht sowie der Einfluss der Witterungsverhältnisse nicht besteht. Der Ablauf der Aussaat ist jedoch unverändert und gestaltet sich wie folgt.

  • Anzuchterde auf der Schale verteilen und Samen hinzufügen
  • diese sollten einen Abstand von etwa 3 cm zueinander haben
  • eine dünne Schicht Erde darüber geben und diese anfeuchten
  • Deckel auf die Schale geben, jedoch nicht ganz verschließen
  • wird stattdessen eine Folie verwendet, muss diese täglich entfernt werden
  • dadurch wird ein permanenter Luftaustausch gewährleistet
  • Erde stets feucht halten, aber nicht zu nass
  • ideale Keimtemperatur liegt zwischen 20-24 Grad

Tipp: Während die Samen keimen, können sie in der Regel problemlos einen Platz auf der Fensterbank einnehmen. Sind die Temperatur- bzw. Lichtverhältnisse unzureichend, empfiehlt sich der Einsatz der Pflanzenlampen bereits bei der Aussaat.

Pflege der Tomatenpflanzen

Nachdem sich die ersten Blätter gebildet haben, können die Setzlinge in einzelne Gefäße gesetzt werden. Das anschließende Abhärten fällt beim Anbau in der Wohnung weg, da sie nicht an die Witterungsverhältnisse gewöhnt werden müssen. Die anknüpfende Pflege der Tomaten gleicht grundsätzlich jener der Freilandtomaten, weist jedoch feine Unterschiede auf.

Tomatenanzucht in der Wohnung

Gießen

  • weniger gießen als Freilandtomaten
  • da die Erde meist nicht so schnell austrocknet
  • jedoch mindestens einmal täglich gießen
  • lauwarmes, kalkfreies Wasser verwenden

Düngen

  • für den Innenbereich eignet sich mineralischer Dünger
  • wie beispielsweise spezieller Tomatendünger
  • alle zwei bis drei Wochen bis zum ersten Fruchtansatz düngen
  • danach einmal wöchentlich düngen

Ausgeizen und Rankhilfe

  • ist je nach Sorte nicht zwingend erforderlich
  • aber dennoch ratsam
  • beim Pikieren eine Rankhilfe miteinsetzen
  • um die Pflanzen zu stützen

Bestäuben

  • entweder Ventilator aufstellen oder sanft an der Pflanze rütteln
  • oder eine elektrische Zahnbürste verwenden
  • mit dieser die Pflanze zum Vibrieren bringen
  • alternativ mit einem Pinsel über die Pollensäcke und Narben streichen
  • die beste Zeit hierfür ist mittags
  • dies ist mehrmals zu wiederholen

Tipp: Beim (ganzjährigen) Anbau in der Wohnung ist es zudem erforderlich, nicht gereifte Früchte vor dem nächsten Befruchtungszirkel zu ernten.

Tomatenpflanze auf Fensterstock

Künstliches Licht und Wärme

  • tagsüber die Pflanzenlampen einschalten
  • um das Sonnenlicht zu simulieren
  • nachts die Lampen ausschalten
  • darauf achten, dass die Lichtquellen nicht zu heiß werden
  • denn die Pflanzen könnten verbrennen
  • die ideale Temperatur liegt zwischen 18-25 Grad
  • wobei es nachts etwas kühler sein sollte

Tipp: Während des Reifeprozesses sollten die Tomatenpflanzen auf einen guten Fruchtansatz überprüft werden. Ist dieser nur bedingt vorhanden, wurden zu wenige Blüten bestäubt.

Ernte

Ernte der Tomaten

Der Zyklus einer Tomatenpflanze dauert in der Regel sechs bis acht Wochen, wobei dieser bedeutend von der Tomatensorte abhängig ist. Denn es gibt beispielsweise frühe Sorten, welche eine vergleichsweise kurze Reifedauer haben. Ob die Früchte reif sind, lässt sich in erster Linie an ihrem Erscheinungsbild erkennen: Die einst grünlichen Früchte haben ihre typische Färbung (variiert je nach Sorte) angenommen.

Des Weiteren haben ausgereifte Tomaten folgende Merkmale:

  • die Fruchthaut ist etwas weicher
  • die Früchte lassen sich leicht eindrücken und lösen
  • die Sollbruchstelle knickt ohne übermäßigen Kraftaufwand
  • wenn nicht, dann benötigen sie noch etwas mehr Zeit

Tomaten zuhause ernten

Lagern

Tomaten lagern und konservieren

Die frischen Tomaten können nach der Ernte direkt verzehrt oder gelagert und weiterverarbeitet werden. Bei der Lagerung der Früchte gilt es zu beachten, dass diese an einem möglichst kühlen und dunklen Ort aufbewahrt. Damit das Aroma der Tomaten erhalten bleibt, hat sich eine Lagerung bei einer Temperatur zwischen 12 und 16 Grad bewährt. Wenn die Tomaten unter den optimalen Bedingungen gelagert werden, sind sie bis zu 14 Tage haltbar. Wer eine längere Aufbewahrung anstrebt, kann die Früchte jedoch konservieren.

Die beliebtesten Formen der Konservierung sind:

  • Einfrieren
  • Einlegen
  • Einwecken
  • Trocknen

Tipp: Sowohl frische als auch konservierte Tomaten lassen sich zu schmackhaften Gerichten, wie beispielsweise Tomatensuppe und Tomaten-Chutney oder Soßen, wie etwa einem Tomatenketchup verarbeiten.

Hier weiterlesen